und mich niemals recht über sie beruhigen können. Es war da-mals unter uns, zwischen Adrian und mir sowohl, wie auch beiDiskussionen des "Vin fried"-Zirkels vielfach davon die Rede;aber weder bei ihm, der sich in Bezug auf seine Lehrer unddas von ihnen Vorgetragene immer zurückhaltend und schweigsamverhielt, noch bei seinen Fakultätsgenossen gelang es mir,das Mass von Empörung aufzuregen, das meinem eigenen Ärgerüber die Anekdote und namentlich über Klöpfgeissel genug getanhätte. Noch heute fahre ich ihn in meinen Gedanken schnaubendan und nenne ihn im vollstem Wortsinne einen Mor&esel! Wasmusste sich der Tölpel beklagen? Was musste er das Ding mitanchren Frauen üben, da er die eine hatte, die er liebte, sosehr offenbar, dass es ihn gegen andere kalt und "unvermögend"machte? Was hiess hier "Unvermögen", wenn er bei der Einendas Vermögen der Liebe besass? Die ist gewiss eine Art vonedler Verwöhnung des Geschlechtlichen, und wenn es nicht na-türlich ist, dass dieses die Betätigung ablehnt bei Absenzder Liebe, so ist es doch nichts weniger als unnatürlich,dass es das tut in Gegenwart und im Angesicht der Liebe.Allerdings hatte das Bärbel ihren Heinz fixiert und "beschränkt",aber nicht durch das Teufelsarkanum, sondern durch ihrenLiebreiz und durch den bannenden Willen, mit dem sie ihnhielt und ihn gegen andere Versuchungen feite. Dass dieserSchutz in seiner Kraft, seinem Einfluss auf die Natur desBurschen durch die Zaubersalbe und den Glauben des Mädchensdaran psychologisch verstärkt wurde, bin ich bereit, zu ak-zeptieren, obgleich es mir viel richtiger und einfacher scheint,die Sache von seiner Seite aus zu betrachten und die wähleri-sche Verfassung, in die ihn die Liebe versetzt, für die Ge-hemmtheit verantwortlich zu machen, an der er so törichtenAnstoss nahm* Aber auch dieser Gesichtspunkt schliesst ja dieAnerkennung einer gewissen natürlichen Wunderkraft des See-lischen ein, seiner Fähigkeit, auf das Organisch-Körperliche
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