»Unsinn, Unsinn!» abschlug. Was für eine Erleichterung wardas? Sie hätte mich lehren können, wie stolz ich auf seineallgemeine Gleichgültigkeit gewesen war, und wie deutlich ichspürte, dass in seinem »es ist kurios» diese Gleichgültigkeitzur Maske wurde. Ich ahnte eine keimende Leidenschaft, —eine Leidenschaft Adrians! Hätte ich mich freuen sollen?Statt dessen war es mir auf eine Weise beschämend und ängst-lich.
Dass er, wenn er sich ohne Zeugen glaubte, musikalischlaborierte, wusste ich nun, und bei dem exponierten Stand-ort des Instruments konnte das auch nicht lange Geheimnisbleiben. Eines Abends sagte sein Pflegevater zu ihm:
»Nim, Neffe, was man da heut von dir hörte, darin hastdu dich nicht zum ersten Mule geübt.»
»Wie meinst du, Onkel Niko?»
»Wende nicht Unschuld vor! Du musizierst ja.»
»Was für ein Ausdruck!»
»Der hat schon für Dümmeres herhalten müssen. Wie du daso von P- nach A-dur kamst, das war ganz durchtrieben. Machtes dir Spass?»
»Ach, Onkel».
»Nun, offenbar. Ich will dir was sagen. Wir wollen dochdie alte Kommode, die ohnedies niemand ansieht, zu dir hin-auf ins Zimmer stellen. Da ist sie dir dann zur Hand, wannimmer du Lust hast.»
»Du bist furchtbar freundlich, Onkel, aber es ist gewissder Mühe nicht wert.»
»Die Mühe ist so gering, dass vielleicht das Vergnügenimmer noch grösser ist. Noch eins, Neffe. Du solltest Kla-vierstunden nehmen.»
»Meinst du, Onkel Niko? Klavierstunden? Ich weiss nicht,es klingt so nach 'höherer Tochter'.»
"Könnte ja 'höher* sein und dabei nicht gerade ‘Tochter*.
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