jener Prinzess von Braunschweig-Wolfenbüttel gewesen, welcheden Sohn Peters des Grossen geheiratet hatte. Danach jedochhabe sie ihren Tod fingiert, so dass ihr Leichenbegängnisstattgefunden habe, während sie nach Martinique entwichen unddort mit einem Franzosen die Ehe eingegangen sei. Wie oft hatAdrian, der für das Komische einen durstigen Sinn hatte, spä-ter noch mit mir über diese Geschichte gelacht, die sein Vater,den Kopf vom Buche erhebend, mit sanftem Tiefblick erzählte,worauf er sich, offenbar ungestört durch die ein wenig skan-dalöse Provenienz des heiligen Druckwerkes, den Verskommenta-ren des Herrn von Schweinitz oder der "Weisheit Salomonis andie Tyrannen" wieder zuwandte.
Neben der geistlichen Tendenz seiner Lektüre lief jedocheine andere, die von gewissen Zeiten dahin charakterisiertworden wäre, er habe wollen "die Elementa spekulieren". Dasheisst, er trieb, in bescheidenem Massstab und mit bescheide-nen Mitteln, naturwissenschaftliche, biologische, auch wohlchemisch-physikalische Studien, bei denen mein Vater ihm ge-legentlich mit Stoffen aus seinem Laboratorium zur Hand ging.Jene verschollene und nicht vorwurfsfreie Bezeichnung fürsolche Bestrebungen aber wählte ich, weil ein gewisser mysti-scher Einschlag darin merklich war, der ehemals wohl als Hangzur Zauberei verdächtig worden wäre. Übrigens will ich hinzu-fügen, dass ich dieses Misstrauen einer religiös-spirituali-stischen Epoche gegen die aufkommende Leidenschaft, die Geheim-nisse der Natur zu erforschen, immer vollkommen verstandenhabe. Die Gottesfurcht musste ein libertinistisches Sich-einlassen mit dem Verbotenen darin sehen, ungeachtet des Wi-derspruches, den man darin finden mag, die Schöpfung Gottes,Natur und Leben, als moralisch anrüchiges Gebiet zu betrach-ten. Die Natur selbst ist zu voll von vexatorisch ins Zau-berische spielenden Hervorbringungen, zweideutigen Launen,halb verhüllten und sonderbar ins Ungewisse weisenden Allusi-
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