geworden waere, Alles hat seine Grenzen« Die Welt ist endlich,’*
Noch vieles sprachen sie mit einander, und wie einst, nurunter so viel gluecklicheren Umstaenden, traf Gregorius seineVerfuegungen, da er der Mann war und obendrein Papst« Vorder-hand noch sollten Sibylla nebst den Nichten im Kloster Sergiusund Bacchus verweilen, bald aber wollte er ihr ein eigenes Klosterbauen, darin sie walten sollte als Puerstin-Aebtissin in grossenWuerden« Woertlich geschah es so, und Stultitia blieb bei ihrerMutter als Vice-Aebtissin, Humilitas aber, nachdem sie die krist-liche Taufe empfangen, vermaehlte sich mit Penkhart, dem Figu-rierer, da sie beide schon laengst einander geneigt gewesen.
Sehr weit brachte es Penkhart in der Handfertigkeit, hielt inRom einen hohen Stand, und durfte viele Y/aende bemalen, teilsseiner Gaben wegen, teils weil er eine Nichte des Papstes zurFrau hatte« Dies nennt man Nepotismus, gegen den aber nichtszu sagen ist, wenn Verdienste ihn rechtfertigen.
So lebten sie alle in gemeinsamer Freude, und j eder starbmit der Zeit seinen Tod, je wie er angetreten und nach derReihenfolge. Sibylla starb zuerst mit achtzig Jahren: aelterwurde sie nicht, da viel frueher Kummer und die harten Jahre derBusse ihr doch wohl das Leben verkuerzt hatten. Ihr Brudersohn,der Papst, ueberlebte sie fast um ein Menschenalter: er wurdeneunzig und wuchs als Voelkerhirt immer noch in die Hoehe; biszum Schluss erregte er das Staunen des orbis als ApostalischesOrakel und Doctor mellifluus. Die anderen blieben ein wenignoch hier, am laengsten die Kinder Penkharts und der Humilitas,froehliche Leute, die vorwaerts gezeugt waren in rechter Rich-tung und so auch lebten, Y/ie lange aber, so gilbten auch sie,wie das Laub eines Sommers, und duengten den Boden, darauf neue310