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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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ihrem Schauen, vergase den Lidschlag, unterliess es, verstehtmich recht, mit der Wimper zu zucken, wodurch ja der Blick sehrbald nicht so wohl starr wird, als ins Schwimmen geraet, sichan seinem Gegenstände zu brechen und, ihn nicht mehr fassend, ineine unbestimmte Ferne zu gehen scheint. Sie schloss denn auchlieber die Augen, fuhr leicht mit den Fingerspitzen ueber ihreStirn und blickte dann nieder auf ihre gefalteten Haende.

"Ihr habt, werte Frau, Unsere Tochter", begann ihr Beichtigermit verhaltener Stimme, "eine weite Reise getan zu Uns aus Euerementlegenen Lande, ueber das Ihr, wie Wir hoeren, einst Herrsche-rin wart. Gross muss Euer Verlangen sein, Uns Euer Herz zu er-oeffnen und seine Last bei Uns niederzulegen. Die Stunde dafuerist gekommen. Der Papst hoert."

"Ja, heiliger Vater", antwortete sie, "die Stunde ist dadank Euerem Erbarmen, von dem ich wohl weiss, dass es nur vor-laeufig ist und nur das Hoeren betrifft, denn wie es nach demHoeren um Euer und Gottes Erbarmen bestellt sein wird, - ichzage, daran zu denken."

"Der Papst hoert, wiederholte er und rueckte sein von derSamtkappe halb bedecktes Ohr etwas naeher zu ihrem Munde.

"Gott helfe mir", fluesterte sie, "zu beginnen! Wisst, hei-liger Vater, zu meiner Castigierung stehe ich, wie es mir anbe-fohlen worden von gewisser Seite, einem Asylum vor fuer den Ab-schaum der Landstrasse, und dabei geht ein Weib mir als treueGehilfin zur Hand, Gudula mit Namen, eine arge Suenderin. Dennvor zwanzig Jahren vergass sie sich ganz und gar mit einem zie-henden Gaukler und liess sich von ihrem Mann im besten Suendigenbetreffen, sodass er sie in gerechter Wut mit einem Feldgeraeteverstiess. So kam sie zu mir und hat ihre Busse mit meiner ver-

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