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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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reiferem Stande wohl sanfter gemacht, besonders da er haette Vor-hersagen koennen, dass Merimbald, ihr entfernter Vetter, der nachseinem Entschwinden Herzog wurde in Plandern-Artois, von ihrerVerlassenheit, ihrem Huecktritt vom Irdischen und ihrem Verlangen,das Wasser der Demut zu trinken, recht derb Gebrauch machen undihr das Wittumsgut auf alle Weise schmaelern wuerde, sodass dasAsylum, das sie zu Fuessen der Burg an der Landstrasse errichtenkonnte, vom Alleraermlichsten war, nicht besser als eine Baracke,die ihr nicht einmal Raum bot, gesondert zu schlafen» Sondernunter den Krueppeln und Kranken schlief sie, die sie von der Land-strasse aufgelesen, oder die an ihre Brettertuer geklopft, unddenen sie ein grauer Engel war, indem sie sie bettete und atztemit Pappe und Schlippermilch.

Da war sie auch niedergekommen auf einem Strohsack mit ihremzweiten Toechterchen, das man, wie Herrad, das erste, wohl auchihr Grosskind nennen mochte« Ein selber hochschwangeres Weib,das in Suenden empfangen hatte von einem vagierenden Gaukler, mitdem ihr Mann sie betroffen, stand ihr bei in den Noeten, und alsnach nur drei Tagen die mit der Mistgabel Verjagte dann niederkam,da machte Sibylla sich auf vom Kindbett, um j ener beizustehen undentband sie von einem Knaben. Gudula, diese Suenderin, blieb beiihr und half ihr, die Siechen zu laben, ihre Wunden zu waschen,sie zu baden und zuzudecken. Heranwachsend, halfen ihr auch ihreToechter dabei, ebenfalls in grauen Kleidern: Herrad, weiss undapfelrot, die nun Stultitia hiess, da ihr Taufname zu stolz undsie ueberhaupt nur irrtuemlich getauft war; dann auch die zweite,Humilites ohne Taufe genannt und waelisch blass-braeunlioh wieder,mit schwarzen Augen von blauem Unterschein, ihrem Grossvater-OheimWiligis und so auch ihrem vaeterlichen Bruder sehr aehnlich, wes-