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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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von Fleisches wegen seiner Wuerde am allerunwuerdigsten und nurdurch eine Erwaehlung, die an Willkuer grenze, zu ihr erhobenworden. Das kam wohl manchem Schelmen und Bock in Gottes Gartenzupass, erwies sich jedoch als hoechst kirchenklug, da es imVoraus das Amt vor aller Verachtung schuetzte, die menschlicheGebrechlichkeit ihm je und je zuziehen mochte.

Seine Duldsamkeit und Erbarmen kamen der Unerschuetterlich-keit gleich, die er, wo sie nottat, bewaehrte; ja seine verwegeneArt, die Gottheit zur Gnade anzuhalten in Faellen, wo sie schwer-lich von sich aus darauf verfallen waere, erregte Aufsehen inaller Kristenheit. Er naemlich war es, und kein anderer, der denKaiser Trajan, weil er einmal einer flehenden Witwe, der man deneinzigen Sohn gemordet, stehenden Fusses hatte Gerechtigkeit wi-derfahren lassen, aus der Hoelle losbetete*. Dies schuf zum Teilsogar Aergernis, und Fama wollte wahrhaben, Gott habe ihn wiasenlassen, nun sei es einmal geschehen und der Heide unter die Seli-gen versetzt, er moege sich aber nicht beikommen lassen, derglei-chen ein zweites Mal zu erbitten.

Sei dem wie ihm sei: Die Neigung Gregors, zu loesen, warZeit seines Lebens groesser als die, zu binden, und aus dieserDisposition erflossen die anfaenglich oft in der Kirche selbstwie auch im Volke staunendes Bedenken erregenden, zum Schlussaber stets zur Bewunderung anhaltenden Entscheidungen und Urteile,die ausgingen von seinem Richterstuhl. So verfuegte er grosseFreiheiten der Aufklaerugsmethoden in fernen, einfaeltigen Laen-dern. Wo noch heidnische Tempel standen, da sollten sie nichtzerstoert, sondern nur die Goetzeribilder entfernt und die Mauernmit Weihwasser besprengt werden, damit dis Einfaeltigen anbetenkoennten, wo sie bisher angebetet, nur jetzt im Geiste der Auf-

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