moegen und sich, in dieser Erwartung getaeuscht erfunden» Aber
er kam garnicht*
Die Offenbarung
Nach so vielen Jahren starb, wie ich las, in dem beruehmtenund truemmerreichen Rom Jener, der dort als Folger des Apostel-fuersten und Vikar Christi gewaltet, die dreifache Krone getra-gen und mit dem Hirtenstabe die Voelker geweidet hatte. Ausseinem Tode aber und aus der brennenden Frage, wer nach ihm denheiligen Sitz einnehmen und die Macht, zu loesen und zu binden,ererben sollte, entspannten sich grosse und blutige Streitigkei-ten, welche Gott nicht schlichten zu wollen schien. Denn seinGeist senkte sich nicht vereinigend auf die Kurie von Geistli-chen, Adel und Buergerschaft herab, sondern ein Schisma spaltetedas Volk, und zv/ei feindliche Faktionen, von denen jede ihren Anwaerter auf den Tron der Welt als den einzig Wuerdigen ausrief,standen in heftiger Erregung gegen einander. Die eine wollteeinen gewissen Presbyter vornehmer Herkunft namens Symmachuszum Papst, die andere den sehr beleibten Archidiakonus Eulalius,
der ebenso wie Symmachus vor Ehrbegier zitterte.
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Der heilige Geist hatte an der Aufstellung keines von beidenirgend welchen Anteil; sie war blosses Menschenwerk, und mit Be-schaemung muss ich gestehen, dass Bestechung mit Gold dabeieinschlaegig und parteiliches Machtstreben die Triebfeder vonallem war. Darum liess sich das Goettliehe auch nicht erleuch-tend und entscheidend auf die Waehlerschaft nieder, sonderndiese lief in streitbarer Wut auseinander, die Parteien bewaff-neten sich, und ein wilder Stadtkrieg brach aus, der aufPlaetzen, Strassen und leider auch in den Kirchen gefuehrt wurde234