zu Tal ins Gebiet eines grossen Sees. Dem Pfade folgte der Bues-ser und sah dort unten, nicht weit vom schilfigen Ufer, ein klei-nes Haus in der Einoede, das zog ihn unendlich an, denn seineSeele war voll Sehnsucht nach Rast und Obdach, und er ging daraufzu.
Netze, zum Flicken aufgespannt vor dem Hause, lehrten ihn,dass es ein Fischer war, der dort wohnte. Der Mann stand vorder Tuer mit seinem Weibe und sah dem Weglosen, dem laengst derBart um Wangen und Kinn dunkelte, und dessen Haar auf der Schwar-te verwalkt war, misstrauisch entgegen. Gregorius bot ibm be-scheiden den Abendgruss, und mit gekreuzten Haenden bat er ihn,Gott zuliebe, um Herberge fuer die Nacht, hoffte aber im Herzen,dass seine Bitte zuschanden werden und der Mann ihm recht rohund womoeglich mit Hohn das Nachtlager abschlagen moechte. Denndas war ihm noch nicht geschehen, und staerker, als die Sehnsuchtnach Rast, war sein Verlangen nach Busse und tiefer Erniedrigung.
Die wurde ihm da zuteil. Der Fischer fing an zu schimpfenund schimpfte Minuten lang, obgleich hinter ihm seine Frau ihnimmer mit leisem Zischen beschwichtigen wollte.
"Ja, du Herumtreiber, du starker Truegener und Lungereri"schimpfte er. "Grad recht kommst du mir vors Haus, du Lump undstattlicher Hemdenmatz, Faulenzer du, bummelnder Wegetreter, undwillst von redlichen Leuten zehren, die ihr Brot verdienen mitGottesmuehe zu knapper Not'. Weib, zische nicht hinter mir zurBeguetigung, meine Worte sind recht und bieder] Wie bist denndu Schlingel gewachsen, und was fuer Arme haengen dir da vonden Schultern, dass du sie nicht ruehrst zu ehrlicher Arbeit?
Fuer die waere ein breiter Acker gut, und eine Hacke, einOchsenstachel gehoerte in deine Hand, statt dass du herumlumpst.
217