Ihr macht es noch grasser* Mein Entsetzen waechst jeden Augen-blick und mit ihm das Erstaunen, dass nicht laengst der gluehen-de Zorn niederstuerzte auf die Verfluchte, dass es die Erde nochwagt, mich zu tragen nach dem, was mein Leib veruebt. Ich, Ichbin die Hauptschuldige, ich weiss es genau, und unsaeglicheAngst steigt mir auf vor dem Hoellenrost, der mir droht, dermir so gut wie gewiss ist fuer aeusserste Missetat. Herr undgeliebtes Kind, koennt Ihr mir sagen - denn Ihr habt viele Bue-cher gelesen -, ob eine Busse erdenkbar ist fuer so gehaeuftesLaster und Sakrileg? Ist hier kein Rat - nein, gewiss ist kei-ner -, dass, wenn ich armes Weib denn die Hoelle bewohnen muss,sie mir etwa vielleicht doch ein wenig sanfter sei, als andrenVerdammten?”
Sie, sie hatte sein Haar nicht zu beruehren gewagt, eraber, weil das ihre bedeckt war mit Tuch und Gebaende, streichel-te mildtaetig ihr Haupt, da sie so jammervoll in seinem Armelag.
''Frau", sagte er, "redet nicht so und uebergebt Euch nichtder Verzweiflung - es ist wider das Gebot, Denn an sich selbstmag der Mensch verzweifeln, nicht aber an Gott und seiner Gna-denfuelle. 1/Vir stecken beide im Suendenpfuhl bis ueber denHals, und wenn Ihr glaubt, Ihr steckt tiefer, so ist's Ueberheb-lichkeit. Fuegt diese Suende nicht den andern hinzu, sonst gehtder Pfuhl Euch ueber Mund und Nase. Gottes Hand ist ausge-streckt, dass das nicht geschehe: den Trost entnahm ich denBuechern. Nicht umsonst hab ich divinitatem ernstlich betriebenim Kloster »Not Gottes». Ich lernte, dass Er wahre Reue alsBusse annimmt fuer alle Suenden. Sei Eure Seele auch noch sokrank; wenn Euer Auge nur eine Stunde nass wird von Herzensreue,
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