und da eine ihr ueber die Wange rann, musste sie nieder laecheln.Solche Verwirrung schuf ihr der Antrag, der an sie ergangen.
In ihre Burgkapelle eilte sie, da sah sie niemand, und. du konnteihr Herz ausfliessen im Gebet; nicht zu den maennlichen Wesen-heiten der Gottheit, sondern zu der Mutter, dem hehren Himmels-weib, der wallte all ihr Vertrauen zu, da sie mit Gott selbernicht gut stand, ihrer Suende und danach ihres Trotzes wegen.
Von der Gebenedeiten war vor dem Schemel, wo sie kniete, einschoenes Bild ausgespannt, aus guter Schule; naemlich wie sie'serfuhr und von dem Fittich-Boten die ungeheuere Botschaft insuesser Demut empfing, - in einer Kemenate von Holz sass sie,in faltenweitem Kleide,hinter dem Scheitelhaeuptchen einen Kreisvon Glorie und zwischen den erhobenen Haendchen ein Buch, darinsie in aller Unschuld gelesen, und wovon sie halb ungern dasKoepfchen wandte, so als kehrte sie lieber zu ihrer stillen Be-schaeftigung zurueck, als dass sie des lockigen Engels achtete,der an der Tuer in weissem gebauschten Unterkleid und blauemMantel hockend schwebte, nach oben weisend mit dem Finger seinerLinken, und in der Rechten es schriftlich hatte: ein gerolltesBlatt, worauf es in Lettern geschrieben stand, was sein kleinerroter Mund der Magd erpeffnete. Sie aber blickte unter gesenk-ten Lidern zwischen ihm und dem Buch hinab zum Estrich in heili-ger Ziererei, als wollte sie sagen: "Ich? Wie denn wohl? Daskann nicht sein. Du hast zwar Fittiche und hast es schriftlichund kamst ohne die Tuer zu oeffnen, ich aber sass hier ohne denleisesten Gedanken der Ehrsucht bei meinem Buch und war auf sol-che Heimsuchung nicht im Entferntesten gefasst."
Zu diesem lieblichen Bilde blickte Sibylla auf von ihremSchemel und betete:
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