Feirefitz, dem Truchsess, an ihrer Seite zur Tafel schritt, warallen recht» Denn belebter schien nun der Fuerstin Leben, nichtso herb eingeschraenkt auf Wachen und Beten, abhold nicht laengerso streng und scheu den Freuden des Hofs, Sang und Saitenspielund loser Konversation im Saal und Rasengarten. Das machte gewissdie glueckliche Beendigung des Minnekrieges und die Erleichterungihrer Seele nach so langer Not. Aber ob es nun daher und woheres sonst immer kam, - dem Hof und Lande floesste es Hoffnungenein, die sich lange ob der herben Abgewandtheit der Herrin nichthatten regen und zum Gegenstand der Beratung werden moegen. Nunaber traten des Reiches Allerbeste und Weiseste zusammen und be-rieten instaendig darueber, was zu wuenschen und allenfalls dennauch zu hoffen sei: Jedem wurde das Wort zuteil, und jeder sagtemit Nachdruck dasselbe, was der vor ihm gesagt.
Zu Arras war es im hohen Saal, da ratschlagten und beschlos-sen Burggrafen, Standesherren und Haeupter der Staedte wie ichhier sage. Da nun, so hiess es, dies Land, so notvoll eben noch,sein Leid bewaeltigt habe und friedlich bluehe, wie frueher, sobleibe den Sorgenden die Sorge und tue der Zweifel ihnen weh, esmoechte auch wohl noch einmal so kommen und wieder ein frech Ge-waltiger sich begehrlich ueber die teuren Gaue hermachen und sieschaenden. Ein so grosses Land sei schlecht bewahrt durch eineFrau, und sei sie die aller Huldigung Werteste, vor freveligemUebermut, und wenn es einen Herrn und Herzog haette, lange ent-behrt, ja, wenn die Frau einen Herrn haette, dessen pures Daseindas Keimen auch nur eines Minnekrieges verhueten wuerde, und der,die Brauen gerunzelt, an sein Schwert schluege beim Drohen derleisesten Ungebuehr, wie ganz anders, traun, waere man dann aufdem Planl Zwar wisse man und beherzige es mit Achtung, dass die182