nicht, auch angefuellt mit Not, noch Gastlichkeit zu uebenwuesste."
“Die Grazie, mit der sie durch Euch den Fahrenden aufzuneh-men weiss", versetzte Grigorss, "spricht sehr zu ihren Gunsten.Ich gehe gern mit Euch. Warum aber", fragte er, als der Amt-mann sie beide beritten gemacht hatte auf Maultieren und sieueber eine auf Baumstaemme gelegte Bruecke •und durch ein Torin die Gassen ritten, "warum erwaehntet Ihr wiederholt* dassEuere Stadt mit Not gefuellt sei, was uebrigens den Gesichternder wenigen Buerger, denen wir begegnen, wohl abzumerken ist?Und warum scheint es, dass die meisten von ihnen, Greise undKinder ausgenommen, Wehrzeug handhabend sich auf den Mauern undhoeheren Zinnen befinden?"
"Weit", antwortete Herr Poitewin, "muesst Ihr her sein vonUkerland und -See, dass Ihr offensichtlich vom Jammer unsresLandes und dieser seiner Hauptstadt Bruges noch nichts gehoerthabt, die einst la vive hiess und nun nahezu die Tote genanntwerden kann. Aber was Wunder denn! Abgesondert von einanderwohnen die Menschen, ihre Hoerweite ist begrenzt, und selbstvon wildesten Geschehnissen stockt die Kunde nah in den Lueften- die Entfernteren erreicht sie spaet oder nie. Ich selbstweiss das Wenige, um nicht zu sagen: garnichts von dem, was beifremden Voelkern, wie Aquitaniern, Gascognern, Angellaendern,Lothringern, Tuerken und Schotten, sich tut und taetigt. UndIhr also vernähmet nie vom Minnekrieg, wie unser Jammer zwei-fellos einst von den Saengern genannt sein wird, da er schonjetzt in aller Munde so heisst? Fuenf Jahre tobt er nun. Zer-stoert hat Roger, der Spitzbart, Koenig vom Arelat und Hochbur-gund, uns Land und Burgen, ganz Artois und Flandern ist zer-
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