Haenden nahmen, den aeusseren, an denen sie sich nicht hielten.
Sie hielten sich aber an ihren Haenden auf Schritt undTritt, mit achten noch und zehnen, und waren wie ein Paar Zwerg-sittiche und Gesellschaftspapeganen, zusammen Tag und Nacht, dennvon jeher teilten sie das Schlafgemach, oben im kaeuzchenumschrie-enen Turm, wo ihre Spannbetten standen, mit Gurten aus Salaman-derfell, auf denen die Kissen lagen, und Stollen von Viperschlan-gen. Das Polster unter den Kissen war Palmat. Die Haubenfrau,die noch zur Gesellschaft und Wartung bei ihnen auf schlichterBettstatt schlief, fragten sie oefters: "Nichtwahr, wir sind nochklein?" - "Klein, zwei Turteltuertel, lieb und edel." - "Undwerden noch lange klein sein, gilt’s, n'est-ce voir?" - "Ja doch,seurement, ihr Suessen, noch eine ganze Spann und Weile2" - "Wirwollen aber immer klein bleiben auf Erden", sprachen sie. "Sohaben wir es abgeredet im Kosen. Wir werden leichter Engleinwerden im Himele alsdann. Es muss recht schwer sein, mit Bauchund Bart und Busen sich in ein Englein zu wandeln, wenn manstirbt." - "Ach, Naerrchen, que Deus disposeJ Und Er willnicht, dass man immer ein Kind bleibt, was ihr auch moegt abge-redet haben. Deus ne volt." - "Wenn wir uns aber castigierenund drei Naechte lang nicht schlafen, sondern nur beten, dassGott uns klein erhaelt?" -"Man hoere die liebe Einfalt! Mei-ner Treu, ihr werdet schon schlafen und im Schlafe euch lieblichauferbauen."
So geschah es auch. Ich weiss nicht, ob sie es wirkliohmit der Kastigierung im Ernst versuchten; meinen moechte ich,es hatte die Rede der Amme sie wohl entmutigt. Doch so wie so,da ueber Burg und Land die Jahre hingingen, bekraenzt und falbund eisgrau und wieder lenzend, wurden sie neun und zehn und
23