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Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
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ohne Zagen und Versagen sich hergibt, - wie sollte man da geneigtsein, viel Ruehmens davon zu machen, dass man eine Verkoerperungist!

Nein, indem der Geist der Erzaehlung sich zu meiner moenchi-schen Person, genannt Clemens der Ire, zusammenzog, hat er sichviel von jener Abstraktheit bewahrt, die ihn befaehigt, von al-len Titular-Basiliken der Stadt zugleich zu laeuten, und ichwerde dafuer sogleich zwei Merkmale anfuehren. Erstens naemlichmag es dem Leser dieser Handschrift wohl entgangen sein, ist je-doch der Bemerkung wert, dass ich ihn zwar mit der Angabe desOrtes versehen habe, wo ich sitze, naemlich zu St« Gallen, anNotkers Pult, dass ich aber nicht gesagt habe, zu welcher Zeiten-stunde, in dem wievielten Jahre und Jahrhundert nach unseresRetters Geburt ich hier sitze und das Pergament mit meiner klei-nen und feinen, gelehrten und schmuckhaften Schrift bedecke«Dafuer gibt es keinen festen Anhaltspunkt, und auch der NameGozbert unseres Abtes hier ist kein solcher* Er wiederholt sichallzu oft in der Zeit und verwandelt sich, wenn man nach ihmgreift, auch gar leicht In Fridolin oder Hartmut« Fragt man michneckend oder boshaft, ob ich selbst etwa zwar wisse, wo ich bin,aber nicht, wann , so antworte ich freundlich: Da gibt es ueber-haupt nichts zu wissen, denn als Personifizierung des Geists derErzaehlung erfreue ich mich jener Abstraktheit, fuer die ich nun-mehr das zweite Merkmal gebe.

Denn da schreibe ich und schicke mich an, eine zugleich ent-setzliche und hoch-erbauliche Geschichte zu erzaehlen« Aber esIst ganzungewiss, in welcher Sprache ich schreibe, ob lateinisch,franzoesisch, deutsch oder angelsaechsisch, und es ist auch dasGleiche, denn schreibe ich etwa auf thiudisc, wie die Helvetien