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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
71
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dem Trottoir, wenn es ihnen einfiel: Das war vor-gekommen. Einmal, gegen Abend, war auf demMarktplatz mit Pistolen geschossen worden, was eben-falls nur die Offiziere gewesen sein konnten: undhatte sich's jemand beikommen lassen, darüber zumurren? Die folgende Anekdote ist mehrfach verbürgt.

Eines Morgens zwischen fünf und sechs Uhrbefand sich Rittmeister Baron Harry in angeregterStimmung mit einigen Kameraden auf dem Heim-wege von einer nächtlichen Unterhaltung; es warenRittmeister von Hühnemann sowie die Oberleutnantsund Leutnants Le Maistre, Baron Truchseß, vonTrautenau und von Lichterloh. Als die Herren dieAlte Brücke passierten, begegnete ihnen ein Bäcker-junge, der, einen großen Korb mit Semmeln auf derSchulter tragend und sorglos sein Lied pfeifend,durch den frischen Morgen seines Weges zog.Her-geben!" rief Baron Harry, ergriff den Korb beimHenkel, schwang ihn so geschickt, daß ihm nicht eineSemmel entfiel, dreimal im Kreise herum und schleu-derte ihn dann in einem Bogen, der von der Kraftseines Armes zeugte, weit hinaus in die trüben Fluten.Der Bäckerjunge, anfangs schreckerstarrt, hob dann,als er seine Semmeln schwimmen und versinken sah,unter Jammerrufen die Arme empor und gebärdete