Venedig (Gesch. v. 1605 bis 1798)
ferrat. Da er Indessen tn Teutschland «inenharten Kampf zu bestehen hatte, so schloßer am 6. April 1681 einen Tractat zuCheraSco mit den Franzosen u. trat Man-tua wieder an den Herzog ab. Währenddiese« Krieg-, in welchem V. selbst demKönig von Schweden, Gustav Adolf, Sub-sidien versprochen, aber nicht bezahlt hatte,hatten die Dogen öfters gewechselt. AufFrancesco Eontarini war Giovanni Cor«naro (16S5 — 1680), auf diesen Nicole»kontarini (1630 —163?) und auf diesenFrancesco Erizzo (163L—1646) ge-folgt. Der Doge Cornaro hatte den Kum«wer, feinen eignen Sohn zum Lode per»urtheilt zu sehen, weil er einen Feind sei-nes Hauses, giankero Zeno, ermordet halte;doch konnte da« Lodesurtheil nicht vollzo-gen werden, da der Thäter entsprungenwar. Dieses Ereigniß vergrößerte den Haß,welcher schon länger zwischen den HäusernZeno und Cornaro herrschte, es entstandenParteiungen, welche sich gegenseitig bei demRath der Zehen anklagten und so zu einerMenge von Gewaltthäligkeiten dieser nochimmer furchtbaren Behörde Veranlassunggaben. Der Frieden mit den Türken wurdeum diese Zeit unterbrochen, da der SultanAmurath IV- nicht dulden wollt?» daß dieVenetianer dir Seeräubereien der Barba-res ken bestraften, und er erklärte ihnen denKrieg, olß eine venetianische Flottest» demtürkischen Hafen von Vallona 16 Schiffeder Barbareiken erobert hatte. Doch kames zu keinen Feindseligkeiten, da die Tür-ken mit einer geringen Schadloshaltung sichbegnügten, welche ihnen V. zahlte. DerNachfolger Amuraths, Sultan Ibrahim,wollte die Insel Kandia erobern, weil ihm
1644 einige maltesisch« Galeeren eine Han-delsflotte weggenommen hatten und dannmit dieser Beut« an "hen Küsten der ZnselKandia gelandet waren. Hatte nun gleichder venetianische Gesandte leicht dargethan,daß dieses keine Bezünstlgung der Malteserbeweise, so gab er sich doch nur scheinbarzufrieden, und rüstete im Stillen eine großeArmada aus, mit welcher er jene Inselunvorbereitet zu überfallen gedachte. DerSenat traute indessen den Türken nicht,sondern ließ eine Flotte von SH Galeerenzu Kandia aukrüsten und die Milizen aufder Insel neu organisiren. Im März 1645erklärte die Pforte, daß ihre Flotte, dieau- 818 Galeeren bestand und 50 000 W.an Bord hatte, gegen Malta bestimmt sei,aber kurz nach dem Auslaufen derselben,als der Aroßwesir glaubte, daß die Flottebei Kandia angekommea sein müsse, ließ erden venetianische» Geiandten verhaften underklärte dem Freistaat den Krieg. Nochbevor die letzter« Nachricht tn V, angekom-men war, erfuhr man, daß am L4, Juni
1645 di« Türken auf Kaod'a unweit Ca-
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nea gelandet wären, und während man inder Hauptstadt noch rüstete, kam auch dieKunde, daß Canea am 17. August von denTürken mit Sturm genommra wordcn sei.Vergeben« suchte nun die venetianische Flottedie Türken durch eine Diversion gegen Pa-traS auf Morea von Kandia wegzulocken,sie hatten einmal dort festen Fuß gefaßtund machten Anstalt ihr Heer zu verstärken.Um die Gegenrüstungen. zu welcher V. sichgenöthigt sah, bestreiten zu können, erhobman von allen Bürgern und vom Cleru»hohe.Abgaben, verkaufte mehrere Stel-len zu hohen Preisen und erwählte fürGeld sogar 80 neue Patrizier; der Senatbrachte eine beträchtliche Flotte zusammen,zu welcher 21 Galeeren italienischer Für-sten stießen, und der venetianische Genera-lissimus, Hieronimo Morvsini, sah sich zuEnde des September- an der Spitze von100 Galeeren, mit denen er aus dem Hafenvon Suda außlicf. Zufällige Umstände ver-hinderten ihn aber, den Feinden eine Schlachtzu liefern und im Oktober ging die vene-tianifche Flotte auseinander, um in ihrenHäsen zu überwintern, während die türkischeebenfalls nach Constantinopel zurückkehte.Die Venetianer hatten in diesem Feldzügenichts ausgerichtet, aber doch die festenPlätze auf Kandia neu proviantirt. Dievenetianische Regierung beschloß nun, vonihren Grundsätzen abgehend, den DogenErizzo, der als guter Feldherr bekanntwar, an die Spitz« ihrer Armee zu stellen,aber während man darüber noch berath»schlagt«, starb der Doge u. man gab ihm denProcuratoreFranceSco Molino (1646—1655) zum Nachfolger, den Oberbefehl überFlotte und Heer erhielt Giovanni Eaprllo,der aber weder die nöthige Thätigkeit, nochdie Entschlossenheit zeigte, die zu dem Auf-träge, Canea wieder zu erobern, erforderlichwar. Dieser Krieg, der mit abwechseln-dem Erfolge geführt wurde und an demauch Franzosen zu Gunsten der VenetianerLheil nahmen, dauerte bis zum Jahre 166 Sund ist in dem Artikel Türke» (s. d. Gesch.)schon erzählt worden. Die Anführer derVenetianer wechselten, denn Capello wurdenach der Eroberung von Rettimo (SS. Npv.1646) durch Baptist« Grimani ersetzt, der1643 den Tod bei dem Schiffbruch seinerGaleere fand. An seine Stelle trat Leo-nardo Moceasgo, dessen Unteradmkral Rivagroßen Ruhm erwarb, die türkische Flotte1619 bei Foschia schlug und die Dardanel-len während des I 1650 ko sperrte, daßkein einziges türkische« Schiff auSIaafenkonnte. Moeenigo gewann aal 10. Juli1651 einen Sieg über die türkische Flottebei der Insel Paros, aber dennoch wurdeer noch in demselben Jahre zurückberufenund durch Leonardo FoScolo ersetzt, da e«einmal Grundsatz deL Freistaat« war, kei-nem