7Z4 Temperament
physischen Natur auf den menschlichen Geistaber ist so dunkel, als der Einfluß derAthmosphäre, da wir die subtilen Be,standtheile derselben und ihre Wirksamkeitauf da« geistige Leben so gut wie nichtkennen^ Außerdem wirkt auf den Men-schen, "dessen Gefühl«- und Denkweise sichnicht bloS aus sich selbst entwickelt, wiedir Instinkt- und Kunsttrkebe der Thiere,so Viele-, Klima, Erziehung, Geschäft,Unterricht, SkaatSverfassung, Religion rc.ein, daß eine Erklärung seiner individuellenScelevbclchaffenheit, wie die Temperamen»t-nlehre versucht, ganz außer den Grenzender menschlichen Erkenntniß liegt. Nichtsdesto weniger ist eS nicht zu bezweifeln, daßgewisse, gleichsam normale Hauptvcrschieden,heilen des menschlichen Charakters, die inden einzelnen Menschen in mannichfachenModifikationen und Mischungen hervortre-ten, wirklich vorhanden find, welche rück-fichtlich der innigen Verbindung zwischenKörper u. Seele auch für den Physiologenvon Wichtigkeit sind. Von noch größererWichtigkeit indeß ist die Temperamentslehredem Anthropologen, dem Moralisten unddem Richter, nicht minder dem Pädagogen,*m darnach eben so wohl Menschen im Le-ben zu beurlheilen und zu behandeln, son-dern auch um die Schuld und Verdienstabwägen und den Temperamentsfchlern ent-gegen arbeiten zu können- So manchesBrauchbare aber auch die gewöhnliche Lew-peramentSlehre enthält, so muß da« Felddoch noch viel weiter bearbeitet, es müssennoch weit mehr Beobachtungen angestellt,Untersuchungen «ingeleitct und Alle« nachden richtiger» Grundsätzen unserer Wissen,schaft gesichtet werden, wenn daraus irgendSiesultate gewonnen werden sollen. NDieaegenwärtig vorhandene Lemperamentslehre»st ein Beleg zu der Wahrheit» Laß einV» Zeiten der Unwissenheit oder doch man-gelhafter Kennlmß der Natur entstandenerZrrthum auch noch danu Jahrhunderte sicherhalten kann, wenn die falschen Voraus-setzungen längst erkannt sind. Freilich kamgerade dieser Lehre, da sie den Aerztenal« eine Physiologie, Pathologie und The.rapie vereinigende Theorie der Heilkunst,den Anthropologen, die jede« T au- einerbesondern Gesichtsfarbe, einen besonder»Blick, der besondern Farbe der Haare, derHagerkeit oder Fettigkeit des Körpers, demKlang der Stimme erkennen wollten, al«Physiognomik galt und ihrer Natur nachrin allgemeines Interesse erregte, viele Um-stände zu Statten, welche dieselben plau-sibel machten. Allein ober um so mehr istzu wünschen, daß sie die Revision finde, dieder Stand der Ding« erfordert. 2) Einedurch die Organisation bedingte höhereEwvfänglichkeir für äuß re Eindrücke, unddaher rührerde leichtere Erregbarkeit und
Temperatur
Lebhaftigkeit. Auch 8) von Thieren «. na-mentlich von Pferden gebräuchlich. 4) Eingemäßigtes Mittel, eine Verwt telung, eingütlicher Vergleich. (^rü. u.
Temperamrnten-glas (Phys.), s.Wafferhammer.
Temp erament«.fehler (Philos.),Fehler (s. d.), der seinen natürlichen Grundio dem Temperament (s. d.) hat und derbei höherem Grad zu einem Tempera,mentSlaster (s. Laster) wird. Eben soTemperamentstugend, s, Tugend.
Lemperankros (Zool.), s. unterStechmücke.
sisöinperans fl ou s (lat.), WeiSheitS-z-hn (s. d.).
1 sinporLnris (Med.), solche Mit-tel, welche die vorherrschende Schärfe ab,stumpfen und mäßigen, überhaupt eine all-gemeine Aufregung im Körper vermindern.
Toinporstss vlanrse (bot. No-mencl.). in den wärmeren Gegenden dergemäßigten Zone wachsende und deshalb dieWinterkälte nicht vertragende Pflanzen.
Temperatur (v. lat ), 1) (Phys.),der Zustand der Luft in Rücksicht auf dieWärme der Luftschicht, in der man sich be-findet. Die T. wird durch den Grad »uS.gedrückt, den da« dieser Luftschicht auSge.setzte Thermometer (s. d.) nach einer ge.wissen (besonders zu benennenden) Scalaeinnimmt. Die T- ist warm, wenn dieWärme der Luftschicht größer ist, als dieWärme der äußern Thetle unsers Körper«,kalt, wenn da« Gegenlheil Stakt findet.Eine mittlere (gemäßigte) L. findetStatt, wenn ein gesunder Mensch, dessenKörper in Ruhe ist, die Lust weder kaltnoch warm findet, wie gewöhnlich bei 54°Fahrenheit oder 10° Reaumur der Fall seinwird. Die höchste Sommerhitze pflegt beiun« 31° Röaumur (in Afrikas Sandwüsten86°, ja selbst 43°) und die höchste Kälte26 — 28° Reaumur (in Grönland 34°, inLappland selbst einmal 45°) zu sein. Dochwährt beides nur kurze Zeit (einige Stun-den, höchsten« 1 Tag) und selten steigt dieHitze und Kälte über 18°. Di« L. einesOrts wechselt fast stündlich. Wenn mandie T. in jeder dieser 24 Stunden beobach-tet und di« erhaltene Summe von Gra-den durch die Stundenzahl dividirt, so er-hält man die mittlere T. des Tags.Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß 2Beobachtungen, eine zur Zeit de» Aufgang«der Sonne, al« der kältesten, die andereum 2 Uhr Nachmittag« gemacht, hinreichen,um die mittlere T. de« Tag« zu finden,die Hälfte der Summe beider ist sie. An-dere beobachten aber dreimal (z. B. diewiener Sternwarte), um 8 Uhr Morgens,8 Uhr Nachmittag« u. 10 Uhr Abend«. DieSumme wird dann mit 3 dividirt, wo mandt« mittlere L. des Lag« erhält, Dividirt
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