71!» Tempel
Tempel
Pfeiler derer galten, welche A, erhallt, er«wettert oder beschenkt hatten. Ueberbleib«sel von ägyptischen Tempeln deren die Per-ser sehr viele zerstörten und von den zer-störten Ptolemao« (s. d.) Euergcte» einigewieder aufbauen ließ, find noch von demde- Ammon bei Karnak, von dem zu Len-tyra, zu Luxor (die jetzt theilweis« nachPari« geschafft worden sind) rc vorhanden.Nachbildungen der T. waren die ägyptischenKönig-Häuser. Bewunderung erregen L.die T. in Indien, des. die verschiedenenMit Fleiß und Kraftaufwand, aber ohneordnenden Geist ausgehöhlten Grottentem-pel, so der L- de« Schiwa auf Ele-phante (s. d>), unweit Bombay, und meh.rere auf Gslsette (s. d.), die Felsentempelauf Ceyler, der T. dcS Wisavakurma zuSllora <s. d.), wo die Decken im Rund-bogen ausgehauen find. Die Pfeiler habengewöhnlich eine Basis aus mehreren Plat-ten und Wollen, darüber kurze (tonisch-)rannelirte Pfeiler, dann ein umgestürztesAkantho«. Eapitäl, oben zusammengezogenund darüber ein großer Pfuhl, über dem-selben die Platte mit Verlängerungen <nder Richtung de« Hauptbalkens, welcherdie Decke trägt. Als Verzierungen derPfeiler erscheinen oft umgestürzte Eckver-zierungen (s. ^utelix»), an der Außenseiteder Felsentempel schlanke Säulen. Uebri-gens erscheint in den Tempelgrolten diealt-indtiche Kunst an den Attributen derGötterbilder, der Comblnaiion vierglledri,ger Gestalten, der Verschränkung der Stel-lungen und dem Streben nach Schmucknoch mäßig und genügsam gegen die Mon-strosität der neucrn. t) Den Typus zu denspäter» griechischen T n gaben nebst denägyptischen die L. in Asien ab. a) Vonbabylonischen Tcmpelbauten sind nurRuinen des Balstempelt, wahrscheinlich desberühmten babylonischen Thurms (f. d-),in dem BirS Nimrod, lj Melle vomEuphrat, erhalten worden. Den unternLheil nahm ein 1200 Fuß im Quadrat hal-tender, aber nicht als zusammenhängendesGebäude zu denkender heiliger Platz ein,worin der L. des Bal mit der goldenenBildsäule war. Elngeschlossen wurde dieserT- von einem runden Thurm, der sich, un-ten 6M Fuß im Durchmesser (so Herodoto«,nach Strabo aber 600 Fuß hoch) ln 8 Ter-rassen erhob; im obersten Stockwerk warder heiligste L., der kein Bild» sondern nur«inen goldenen Tisch u. «in Ruhebett für denGott enthielt, b) Die Tempelbauten der Be-wohner Baktrie?-, Mediens u. Per-sien«, die in älterer Zeit wohl keine förm-lichen L. hatten (vgl. indcß Dadgah), da sieihr Llchldienst von Götterbildern abzog undsie daher auch keine Wohnungen für sie zubauen brauchte», schreiben sich erst aus derspäten, Zeit her, wo et«» Kunst durch den
Hofprunk und den Luxus her Perser «ö»thig geworden war, die sich dann auch aufT. ausbreitete. Sie waren, wie di« baby-lonischen» auf Anhöhen terrassenförmig an-gelegt: so der T. der Anahid zu Ekbatana,in dem Säulen, Balken, Lacunarien au«Cedern- und Cyprcsscnholz mit Gold, undSilberblech überzogen, dl« Dachziegel aberganz von Silber waren. So war auch,nach den Berichten alter Schriftsteller, derT. zu Susa babylonischer Art. Ob dieRuinen von Persepoli« (s. d.) auch einemT. mit angehören, weiß man nicht; ver-muthen läßt e« sich, weil die T. gewöhn-lich zugleich mit Palästen oder auch ver-bunden mit ihnen auf Anhöhen lagen, wieauch die persepolitanlschen Ruinen liegen,c) Andere asiatische T., wie der zu He-ll topoli« (s. d. l) sind in a-dermal« asia-tischem, vermuthlich in griechischem Stylgebaut gewesen, auch gehörten sie nicht zuden ältesten, wenigsten- der Sonnentem-pel (oder T. des Zeus), denn erst AntoninusPius hatte denselben bauen lassen. DerEingang in denselben, wie man au« dennoch übrigen prächtigen Ruinen ersieht, warabweichend von der griechischen und römi-schen Silke, auf der Ostfette, zu ihm führteeine Halle von 12 Säulen; durch denselbentrat man in den ersten Tcmpelraum, wel-cher eia Sechseck von 180 Fuß im Durch-messer bildere und um welchen mehrere derForm des Raums sich anschließende Gemä-cher waren, Darnach kam ein Hosraum 374Fuß lang, 368 Fuß breit und zuletzt da«eigentliche Tempelhaus, welches von Säu-len umgeben war und in dessen Mitte di«Götterbilder standen. Außer diesem gab eSnoch mehrere T. in Heliopolis, welche ingleichem Styl gebaut waren; auch war einerdaselbst von runder Form. >1) Die T. derPhönikcr scheinen klein gewesen zu sein,wie der der Astarte zu Papho«; Haupttem-pel waren der des Melkarlh zu Tyros u.Gate«, der der Astarte auf der Burg inEarthago, Man weiß von keinem dieser T.mehr elwas Genau:«; nur von dem papht-schen wissen wir iheils aut Ruinen, tbcil«aus Abbildungen auf Steinrn und Münzen,daß der Tempelhof IS» Schritte lang und160 Schritte breit, ln 2 gleiche Lheile ge-theilt war, deren einer da« kleine Tempel-Haus enthielt; vor demselben standen 2 Pfel»»er, die durch eine Kette verbunden waren.Einen Vorhof (Taubengehege) umgab einhalbrundes Geländer und der mittlere Theilerhob sich hoch über die Nebenhallrn. Uebri-gcns scheint die Bauart der phönikischcn T.e) aus dem jüdischen L. zu Jeru-salem, auf welchen phönikische Kunst offen-bar mehr als ägyptische eingewirkt hat,erkannt werden zu können. Dieser L.stand auf dem Berge Moria (daher T. zuMoria) und trat an die Stelle des alten
Hirten-