— 556
>>?
>
du weißt es nicht, Thomas, denn auch, als du zuBesuch kamst, habe ich nichts merken lassen, nein,denn ich bin eine Frau von Takt, die Andere nichtmit Klagen belästigt und ihr Herz nicht an jedemWochentage auf der Zunge trägt, und habe immerzur Verschlossenheit geneigt. Aber ich habe gelitten,Tom, gelitten mit Allem, was in mir ist, und sozu-sagen mit meiner ganzen Persönlichkeit. Wie einePslanze, um mich dieses Bildes zu bedienen, wieeine Blume, die in fremdes Erdreich verpflanzt wor-den . . . obgleich du den Vergleich Wohl unpassendfindest, denn ich bin ein häßliches Weib . . . aberin fremderes Erdreich konnte ich nicht kommen, undlieber ginge ich in die Türkei! Th, wir sollten nie-mals fortgehen, wir hier oben! Wir sollten anunserer Seebucht bleiben und uns redlich nähren...Ihr habt euch zuweilen über meine Vorliebe für denAdel moquiert ... ja, ich habe in diesen Jahrenoft an einige Worte gedacht, die mir vor längererZeit einmal Jemand gesagt hat, ein gescheuterMensch. ,Sie haben Sympathie für die Adligen..?sagte er, Zoll ich Ihnen sagen, warum? Weil Sieselbst eine Adlige sind! Ihr Vater ist ein großerHerr und Sie sind eine Prinzeß. Ein Abgrundtrennt Sie von uns Anderen, die wir nicht zu IhremKreise von herrschenden Familien gehören..? Ja,Tom, wir fühlen uns als Adel und fühlen einen Ab-stand und wir sollten nirgend zu leben versuchen,wo man nichts von uns weiß, und uns nicht einzu-schätzen versteht, deun wir werden nichts als Te-