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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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du, Tom! Ich sprecht- beständig von mir, ich binein eigennütziges Weib! Nun erzähle du. O Gott,wie glücklich du sein mutzt!"

Ja, Tony!" sagte er nachdrücklich. Es entstandeine Pause. Er atmete den Rauch über den Tischhinüber und fuhr fort:

Zunächst bin ich sehr froh, verheiratet zu seinund einen eigenen Hausstand begründet zu haben.Tu kennst mich: ich hätte schlecht zum Garyon ge-taugt. Alles Junggesellentum hat einen Beigeschmackvon Isoliertheit und Bummelei, und ich besitze eini-gen Ehrgeiz, wie du weißt. Ich halte meine Car-riore weder geschäftlich, noch, sagen wir scherzes-halber: politisch für beendigt. . . aber das rechteVertrauen der Welt gewinnt man erst, wenn manHausherr und Familienvater ist. Dennoch hat esau einem Haare gehangen, Tony. . . Ich bin einbißchen wählerisch. Ich habe es lange Zeit nichtfür möglich gehalten, aus der Welt eine Passende zufinden. Aber Gerdas Anblick gab den Ausschlag.Ich sah sofort, daß sie die Einzige sei, ausgemachtsie. . . obgleich ich weiß, daß viele Leute in derStadt mir böse sind ob meines Geschmacks. Sie istein wundervolles Wesen, wie es deren sicher wenigegiebt aus Erden. Freilich ist sie sehr anders, als du,Tony. Tu bist einfacher von Gemüt, du bist auchnatürlicher . . . Meine Frau Schwester ist ganz ein-fach temperamentvoller," fuhr er fort, indem er plötz-lich zu einem leichteren Tone überging.Daß übri-gens auch Gerda Temperament besitzt, das beweist

Mann, Buddenbrooks. I. 28