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Es war eine sehr schöne Scene, als der Konsulzum ersten Male seine Braut ins Landschaftszimmerund zu seiner Mutter führte, die ihr mit ausge-breitelen Armen, den Kopf zur Seite geneigt, ent-gegenkam. Gerda, die mit freier und stolzer An-mut auf dem Hellen Teppich dahinschritt, war hochund üppig gewachsen. Mit ihrem schweren dunkel-roten Haar, ihren nahe bei einander liegenden, brau-nen, von seinen bläulichen Schatten umlagertenAugen, ihren breiten, schimmernden Zähnen, die sielächelnd zeigte, ihrer geraden, starken Nase und ihremwundervoll edel geformten Munde war dieses sieben-undzwanzigjährige Mädchen von einer eleganten,fremdartigen, fesselnden und rätselhaften Schönheit.Ihr Gesicht war mattweiß und ein wenig hochmütig;aber sie neigte es dennoch, als die Konsulin ihrHaupt mit sanfter Innigkeit zwischen beide Händenahm, und ihr die schneeige, makellose Stirne küßte...„Ja, nun heiße ich dich willkommen in unseremHause und unserer Familie, du liebe, schöne, ge-segnete Tochter," sagte sie. „Tu wirst ihn glücklichmachen. . . sehe ich es nicht schon, wie glücklich duihn machst?" Und sie zog mit dem rechten ArmeThomas herbei, um ihn ebenfalls zu küssen.
Niemals, höchstens vielleicht zu Großvaters Zei-ten, war es heiterer und geselliger zugegangen indem großen Hause, das mit Leichtigkeit die Gästeaufnahm. Nur Pastor Tiburtius hatte aus Beschei-denheit sich im Rückgebäude beim Billardsaale einZimmer erwählt; die Übrigen, Herr Arnoldsen, ein
Mann, Buddenbrooks. I. 27