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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Ihr stört mich? Ach nein, nicht im Allergeringsten!Oder glaubt Ihr vielleicht, Ihr macht mir nur wie-der Heimweh? Tu lieber Gott, ich bin doch eineverständige Frau, ich stehe mitten im Leben undbin gereift.

Soeben war ich zum Kaffee bei Madame Käse-lau, in der Nähe; es find angenehme Leute, undauch unsere Nachbarn linker Hand, Namens Guß-mann (aber die Häuser liegen ziemlich weit voneinander) sind umgängliche Menschen. Wir habenein paar gute Hausfreunde, die beide ebenfalls hierdraußen wohnen: den Doktor Klaaßen (von wel-chem ich Dir nachher noch werde erzählen müssen)und den Banquier Kesselmeyer, Grünlichs intimenFreund. Du glaubst nicht, was für ein komischeralter Herr das ist! Er hat einen Weißen, geschorenenBackenbart und schwarz-weiße dünne Haare auf demKopf, die aussehen wie Flaumfedern und in jedemLuftzuge flattern. Da er auch so drollige Kopf-bewegungen hat wie ein Vogel und ziemlich ge-schwätzig ist, nenne ich ihn immerdie Elster"; aberGrünlich verbietet mir dies, denn er sagt, die Elsterstehle, Herr Kesselmeyer aber sei ein Ehrenmann.Beim Gehen bückt er sich und rudert mit den Armen.Seine Flaumfedern reichen nur bis zur Hälfte desHinterkopfes, und von da an ist sein Nacken ganzrot und rissig. Er hat etwas so äußerst Fröhlichesan sich! Manchmal klopft er mir auf die Wangeund sagt: Sie gute kleine Frau, welch Gottessegenfür Grünlich, daß er sie bekommen hat! Dann sucht