Revolution, französische (1789)
bert, die hierbei besonder« thätig gewesenwaren, wurden im ParlamentSfaal (6. Mai)durch Schweizer verhaftet und da« Edicterschien (8. Mai), allein wirkungslos. Nur2 Sitzungen hielt die Oour pieniörs u. be-sonders in Bretagne und Dauphine tratenaufrührerische Bewegungen ein, währendüberall das Volk sich für die Parlamenteerklärte. Die Erbitterung stieg noch alsein L. Edict (16. Aug.) erschien, wonachH der Zahlungen des königlichen Schatzes inCredilscheinen geleistet.werden sollten, undder Sturm konnte nur durch Brienne's Au«,scheiden (2b. Aug.) und Neckers Wiederein-tritt als Finanzminister gestillt werden.Dieser leistete sogleich wieder alle Iahlun,gen baar, die verhafteten Parlamcntsglie-der wurden befreit, die Oour plsniers auf,gehoben (14. Sepl.) und die Reichsständeförmlich auf den 1. Mai des folgenden Jah-res zusammenberufen (LZ. Sept.). Diesalle« erweckte den höchsten Jubel u. NeckersVolksbeliebtheit stieg immer höher, zugleichaber entzündete die Berufung der Reichs-stände den Parteikampf auf das höchste,denn jeder Stand hoffte durch den Reichs-tag zu gewinnen, jeder wollte überwiegen-den Einfluß. Besonders heftig ward überdie wichtige Frage gestritten, wie abze-stimmt werden solle, ob nach Köpfen oderStänden, und ob die Depurirkenzahl des8. Standes, der eines jeden der beiden an-deren gleich sein, oder die doppelte betra-gen solle. Nach langem Streite entschieddie deshalb nach Versailles zusammenberu,sene 2. Notabelnverfammlung'(6. Nov.) sichfür die doppelte Stellvertretung des 8. Stan-des (27. Dec.) und überließ die Entschei-dung über die Abstimmungsweise dem künf-tigen Reichstage selbst. Der König nahmdies an, und kurz darauf (14. Jan. 1789)ward die Zahl der Abgeordneten auf 1200,als Zeitpunkt des Zusammentritt« der 27.April, als Versammlungsort Versailles be-stimmt. Man schritt zur Wahl und in denProvinzen ging es dabei unruhig genug zu,vorzüglich in der Provence, wo sie Graf Mi-rabeau (s. d.), später der gefährlichste Feindder Monarchie, ein Mann seltnen Talentsund seltner Verderbtheit, von seinem Standeausgestoßen, dem s. daher ganz zugewendet,besonders leitete. Auch in Paris sielen Un-ruhen vor, durch den Herzog von Orleansgestiftet, der jetzt schon mit den heftigstenGegnern des Hofes geheime Zusammen-künfte hsell, in den Vorstädten den Pöbelbesoldete u. sich bestrebte, unter der Volks-hefe für sich e<ne zahlreiche Partei zu bil-den. Da bei den Wahlen keine besonderenBestimmungen über die Wählbarkeit gege-ben waren, wurden viele Vermögenslose,Advokaten und Landgeistliche gewählt,die bald sehr bedeutend auftraten und dasUebergcwicht gewannen. III. Von Ver-
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sammlung der Reichsstände, 4. Mai1789, bis zur Entführung desKönigs durch den Pöbel von Ver-sailles nach Paris den 6. Oktober1789. Am 4. Mai 1789 wurden die ver-sammelten R ei ch S st än d e dem König vor-gestellt u. am 5. der Reich s tag mit einerRede des Königs eröffnet, dann sprach Neckeru. gab das Deficit, dessen Deckuna durchausnotwendig sei, auf 56 Mill. Llores an.Gleich aber bei Untersuchung der Vollmach-ten entstanden Zwistigkeiten; Adel «.Geist-lichkeit verlangten, dies Geschäft solle vonjedem Stande abgesondert, der 3. Stand,es solle gemeinsam durch Bevollmächtigte»ersehn werden. Nach vergeblichen Un,terhandlungen erklärte sich endlich (17. Jun.)bei immer heftigerem Streite der 3. Stand,auf Betrieb des Abbe Sieyes (f. d.) für eineN a t i o n a l v e r s a m m l u n g u. schritt eigen-mächtig zur Untersuchung der Vollmachten.Kaum war dies geschehn, als man auch dieArbeiten gleich damit begann, sämmtliche Ab-gaben u. Steuern für ungesetzlich zu erklä-ren, für den Augenblick jedoch ihre Erhe-bung zu gestatten, die öffentliche Schuldunter den Schutz des Volks zu stellen, u.einen Ausschuß gegen mögliche Hungersnothanzuordncn Allgemeiner Jubel folgte die-sen ersten Beschlüssen um so mehr, je grö-ßer der Haß gegen die höheren Stände war.Diesen halte Montesquieu (s. d.) vergebensvorgeschlagen, sich für ein Oberhaus zu er-klären, man versäumte den glückl'chen Au-genblick und bald entschied sich die Geist-lichkeit und ein Theit des Adels für ge-meinsame Vollmachtsuntersuchung. DerKönig und der Hof in Verlegenheit überdie muthmaßliche Vereinigung der 3 Stän-de, ergriffen halbe Maßregeln. Truppenwurden versammelt, eine königliche Sitzungbeschlossen, durch Herolde der Schlußder Sitzungen bis zur Beendigung der Vor-kehrungen hierzu angckündigt (20. Jun.)und der Ständesaal mit Wachen besetzt.Dennoch versammelten sich die Abgeordnetendes 3. Standes unter Bailly'S (s. d.) Vor-sitze im Ballhause, und schworen allenthal-ben zusammenzutretcn und nicht eher aus-einander zu aehn, als bis die Wiedergeburtu. die Verfassung des Staates vollendet sei(20. Jun.). 2 Tage später (22. Jun.) ver-sammelte man sich in der Kirche des heili-gen Ludwig und hier trat der größte Theilder Geistlichkeit nebst einigen Adelsabgeordne-ten zur Nationalversammlung. Die königl.Sitzung ward indessen <23. Jul.) gehalten,allein Necker, vom Könige beleidigt, er-schien nicht, dies wirkte auf die Stimmungbedeutend. Der König tadelte den Zwistder Reichsstände und versprach, wenn sieihn verließen, sich allein als wahren Stell-vertreter des Volks anzulehn u. allein daSWohl des Staats und der Kirche begrün-den