Druckschrift 
12 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 12 / Kreatos bis Lyttos
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

Kpzlkenos

den Haaren ergriff, an den Altar schleppte,ihn opferte und sich auf ihn warf, um ge-tödtet zu werden.

Kyzikknos (xvAxyvör Num.),

«ine allgemeine herrschende Goldmünze derKvjikenec, wog über 2 und galt 28 attischeDrachmen (3 etwa 3 Thlr. 12 Gr.), war vonvorzüglichem Gepräge und hatte einen Lö-wenkopf und die Kybcle zu selbigen. Bei«des gab Beranlaffung zum Sprichwort, umeinen schönen, jedoch falschen Menschen dar-nach zu benennen. (A/»cä.)

Kyzikos (Myth.), nach Einigen SohnApollons, nach Andern des Aeneus ausThessalien und der Aenete, Tochter desthraiischen Königs Eusor. Er beherrschtedie Halbinsel DolioniS in Propontis, wel-che nach ihm den Namen Kyzikos erhielt..Als die Argonauten hier landeten, nahmer sie gütig auf und entließ sie mit Ge,schenken Da aber ein Slucm das Schiffin der Rächt wieder ans Land trieb, sohielt er die landend-» Argonauten fürFeinde, griff sie an, und wurde von Jason(s. d.) erschlagen. Am Lage erkannte manden Jrrthum. Jason ließ den ErschlagenenK. stattlich begraben, übertrug die Herr-schaft der Insel den Söhnen des K. undbaute zur Sühne des Mordes der Mutterder Götter «inen Tempel auf dem BergeDindymss. (7i. X.)

Ksszikos (a. Geogr.), 1) Halbinsel inMysien, die sich in den Propontis neigte.Auf dem Isthmus, der dieselbe mit demFcstlande verband, stand 2) die Stadt K.eine der schönsten und betriebsamstenStädte Kleinasiens, sie trieb aus ihrenbeiden Häfen starken Handel und war au-ßerdem berühmt durch ihre Goldmünzen, (s.

L SS

KyzikenoS) die kn beiden Erdtheilen gang«bar waren. K. erfuhr durch Krieg man-cherlei Schicksale. In ihrer Nähe schlug,nach dem Sieg bei Abylo» Alkibiades, nebstTheramenes u. Thrasybulvs, als Feldherrder Athenäer, die spartanische Land - undSeemacht unter Mindaros (welcher siel)so, daß auch nicht Ein feindliches Schiffentkam, und zugleich die verbündetenPerser unter Pharnabazos, 409; im 2.Milhridatischen Kriege ward K. 75 vonMithridates belagert, der alle Mittel derKunst und der Ueberzahl anwendete, wäh-rend der röm. Consul Lucullus sich im ver-schanzten Lager ruhig verhielt. End-lich brach unter dem zahlreichen persischenHeer eine Hungersnot- aus, die den Kö-nig zu einem übereilten, einer Flucht ähn-lichen Rückzug brachte. Er entkam mit we-nigen Schiffen; das Landheer weilte, Lucul-lus schlug es und brachte ihm einen Verlustv. 20,000 M. bei. Die in K. zurückgeblie-benen Kranken wurden von den Ew. ermor-det. Das ganze Unternehmen kostete demMithridates gegen 300 000 M. Zum Lohnerhielt K. von dm Römern Befreiung v.Tribut. 194 erlitt bei K Lemilianus, Feld-herr des röm Kaisers Niger, durch Seve-rus (s. d.) eine gänzliche Niederlage; Aemi-lianus ward darauf hingerichtct. Als 365Bcnustkus, der Quästor des Kaisers Valens,auf die Nachricht von der Empörung desProropius mit der Hauptkaffe sich hierher ge-worfen hatte, belagerte ihn Marcellus zu Was-ser und zu Lande, der Tribun Allio sprengtedie Ha^enketke z und der Befehlshaberübergab die Festung. Sie ist durch «inErdbeben zerstört und man findet vonihr bloß Trümmer: die Halbinsel heißt jetztKapulaghi. (7/i. u. 5-ch.)

L.

l(Ell, Lalllaut), 1) als Buchstabe;Q, 1, latem., x> griech., *), bebr.,im Griechischen der 11. (auch im Leut-scheu), in neuern Sprachen, wie auchim Hebräischen, der 12. Buchstabe, heißtim Griechischen Lambda, im HebräischenLamed (NO")> d. i. Ochsenknült-i); einflüssiger Buchstabe (liyuicis), ist einerder weichsten Zungenlaute, der entsteht,wenn die Zungenspitze auf irgend eine Artnach oben anqestemmt u. der Lufkstoß durchdie beiden Mundwinkel geleitet wird. ImPolnischen stellt das I vor r ein scharfes IIdar, wobei man mit der Zungenspitze durchbeide Zahnreihen fährt. Auch hat man indieser Sprache ein zweifaches 1, nämlichdas gewöhnliche und das I, wo man beim

Aussprcchen dke Zungenspitze zurückz^eht u.sie mehr hinten a» den Gaumen anlegt; durchdiese Bewegung klingt das I dumpfer. Manhat für diese« I ein eignes Schriftzcichen I.Im Englischen wird das I in den Sylbcnals, sisi, »iv u. osisi verschluckt u. dehnt sie,z. B. 6alk, sprich: Eahf. 2) Als Zahlzei-chen: a) im Hebräische» 30; d) imGriechischen 11, aber X — 30,000;

o) im Lateinischen 50 (daher 2 übereinander gesetzte I. ss, später abgerundet6 — 100); ä) in der Rubricirung — II.3) Als Abkürzung: ,) in römischen In.schristen, Handschriften u. s. w. I.u-oiu, ; Qsslius; Qecrcrr; I.iber; l^iber-rur u. s. w.; t>) im ueuern Lat. — U-G 2 u«,-.