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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
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730 Kardasch-Rzeczicz

den Spartanern erobert wurde. Sie gehörtezu den 7 Städten, die Agamemnon demAchilles schenkte, und hatte Tempel derPallas, des PböboS und der Töchter desNereus. August gab ihr die Freiheit; j.Kardpmyla. Ls Eiland, das nach Steph.vor Byzanz bei Chivs lag.

K a r d asch - R z eczi cz (Geogr.) Stadtim Kreise Tabor (Böhmen); hat 800 Ew.Kardässowa Rzeczicze, so v. w.Kardasch Rzeczicz.

Karde, I) (Tuchm.), ein Werkzeug, wo,mir wollene Zeuge gekardet (gerauhet), d. h.die Haare derselben aufgekratzt u. zum Sche-ren vorbereitet werden. Es wird aus denSamenköpfen der Kardcndistel (s. d.) ge-macht, deren Stiele in einem hölzernenKreuze (Kardenkreuzhol;) befestigtwerden. Nach der Größe der Kardendistelsteckt man davon 2 oder s doppelte Reihenin ein Kreuz und wenn sie auf der einenSeite abgenutzt sind, werden sie umgewen-det. Hat sich zu viel Wolle in die Kardengehängt, so werden sie mit einem Kammevon Draht (Kardenausstecher) gerei-nigt. Sie werden von den Tuchmachernselbst oder von unzünfligen Personen (Kar-denietzern) verfertigt; 2) so v. w. Kar-dendistel. (7'c'ä.)

Kardkrl, I) (Schiffsw.), s. unterDuchten 3). 2) Eine Vorrichtung an den

Untzrrahcn, welche dazu dient, dieselben indie Höhe zu ziehen und herunterzulassen(zu hissen und zu streichen); sie besteht auseinem Taue, welches an dem Racke derRahe befestigt ist, von da nach dem ober»Theil des Mastes oder der Stenge übereine Rolle (Kardeelbock) geleitet wirdund dann wiederum hinter dem Maste her-untergeht. Z) (HdlgSw.), ein kleines FLß-chen, eigentlich nn j Tonne oder 12 Stech-kannen , wird vorzüglich zur VersendungdeS Fischthranes gebraucht.

Karden (Tuchm), die Haare wollenerZeuge mir der Karde aukkratzen. Gewöhn-lich wird die Karde dabei mit der Handgeführt, doch hat man in größer» Tuch-fabriken auch die Vorrichtung getroffen,daß mehrere Karden, so breit als das Tuch,an einem vom Wasser getriebenen Radebefestigt werden.

Karden-distel (stipsacus kulloiruiri,Landw ), Handelspflanze aus dem GeschlechtsDipsacus, deren stachlige Blumenköpfe vonden Hutmachern und Luchbereitern zumKardetschen und Abputzen gebraucht wer-den und ihre Cultur sehr einträglich ma-chen. Sie liebt einen mehr trocknen, alsfeuchten Boden, auf welchen sie, nachdemer sorgfältig umgegraben und gut gedüngtworden , im April gesät wird. Die aufge-gangenen Pflanzen werden begossen, ge-jätet und im August, abermals auf eintief gegrabenes und fettes Beet, 2 Fuß

Kardetschentlsch

wett verpflanzt. Im nächsten Frühjahrwird der Boden aufgelockert und vom Un-kraut rein gehalten. So wie die Pflanzennun ihre Stengel treiben, nimmt man ih-nen die Nebenschoffe, die nur kleine undunvollkommene Köpfe treiben würden, da-mit die auf den Hauptstengeln desto grö-ßer werben. Im August, wo sie reifen,werden die Köpfe nach und nach mit lan-gen Stengeln abgeschnitten, zusammcnge-bunden und auf einen luftigen Boden ge-hängt. Wenn sie völlig trocken geworden,wird der in ihnen zurückgebliebene Sam»herausgeschüttelt und zum Gebrauch aufge-hoben, Sind die Karden von guter Art,so belohnen sie die auf sie verwandte Ar-beit reichlich; doch ist der Absatz derselbennicht in jedem Jahre gleich. Wer sie auf-hebt, bis sie gesucht werden, kann viel da-mit gewinnen. Die Köpfe müssen nur großund die krummen Häkchen an denselbenfein und stark sein, damit sie beim Auf-kratzen der Tücher nicht gleich stumpi wer-den. (/>-.)

Karden-distel-eule (Zoo!.), s. u.?oecilia.

Karden-räumer (Tuchm.), ein 1012 Zoll langes, feilenartig bearbeitetesStück Eisen in einem Hefte womit dieKarden gereinigt werden. ^ K. - s P a h n(Barchentweb.), so v. w. Karde. K.-ste-che r, so v. w. Kardenausstecher.

Kardetsche, 1) (Bürstenm.), einescharfe Bürste von Schweinsborsten, umdamit den Staub aus den Haaren derPferde zu bürsten, sie zu kardetschen;2) bei mehrern Handwerkern so v. w.Krämpcl (s. d.); Z) irrig so v. w. Kar-tätsche. Kardetschen, 1) (Pferdek.),s. Kardetsche 1); 2) so v. w. krämpeln;Z) (Perruckenm.), Haare, welche verarbeitetwerden sollen, dadurch in Ordnung brin-gen, daß man sie zwischen 2 schon abge-nützte Krämpeln klemmt und nun die län-ger» Haare in kleinen Partien herauszieht.

Kardetschen-draht, sov. w. Kräm-peldraht. K.-futter (Wollarb.), unzciähr1 Pfund Wolle, welche in neuen Krämpeln ge-krämpelt wird u. darin bleibt, damit die Ha-ken in die ferner zu kcämpclnde Wolle nichtzu tief eingreifen. K.-haken, so v. w.Krämpelhaken. K.-kästen (Art.), einKasten, worin die Kardetschen aufbewahrtwerden. K.-macher, so v. w. Kräm-pelmachcr. K. richten (Technol.), dieverbogenen Krämpelhaken mit dem Biegei-sen (s. d.) gerade richten. K. - t i s ch(Seidef.), eine Maschine, auf welcher dieFloretseide kardetscht oder gekrämpelt wird;besteht aus einem schmalen Tisch, auf des-sen einer Seide eine Krämpel befestigtwird, in welche die Floretseide eingestrichenwird, um sie hernach mit einer Handkcäm-pel zu krämpeln. (A--1-.)

Kar.