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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
Entstehung
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338
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SZ8 Jahn

Professor tiefer Fachs an der Universitätzu Wien, legte aber 1807 seine Lehrstelle«jeder und ward Canonicu«. Er st. imAugust 1816 und gab in Wien unter an-dern folgende Schriften beraub: Chaldäi-sche und svriiche Sprachlehre, Wien 1793;Arabische Sprachlehre, ebend. 1796; Bibli-sch« Archäologie, 2Bde., ebend. 1797 —1800, 2. Ausl., ebb. 1817—18; Elementar-duch der hebräischen Sprache, 2Bde., ebb.1799; Arabische Chrestomathie, ebend. 1802;Introeiuctio in Ii1>ros sacros veteris fc-e-ckeris, ebend. 1804 , 3. Ausg. ebd. 1825;gdrclineoloAin hiblica, ebd. 1804, 2. Aufl.,rbend. 1814; 6rnn>rnatics Iroiarniva, ebd,1809; Vsticinia kl oplreinrum, cnrn-rnenrarius oriticus in lidros prof>Iietn-ruin ver. A'oslsin., ebend. 1815; Nach-trag zu seinen theol. Werken, ebend. 1821-2) (Friedr.), geb. zu Meiningen 1766,Dort, der Medici» und seit 1800 Hofme-dicuS daselbst, seit 1811 auch Brunnenarztzu Liebenstekn, st. 1813; bekannt durch Ver-such eines Handbuchs der populären Arznei-kunde, Jena 1790; Auswahl der wirksam-sten Arzneimittel, 2 Bde, Hildburgs. 1797,1800, 4., vermehrt von A. H. Erhardt,1818; Neues System der Kinderkrankhei-ten, Arnst. u. Rudolst. 1803, 3. Aufl.1819; Beobachtungen über die chronischenKrankheiten, Arnst. 1814; Klinik der chro-nischen Krankheiten, I. Thl., kortges. undbeendigt bi« zum 4. Bd. 2. Tbl., von A.H. Erhard, Erfurt 1815—1821 u. m- 3)(Friedrich Ludwig), geb. um 1778,der Sohn eines Predigers in der Priegnitzunfern der mecklenburgischen Grenze; stu-dirte in Halle Theologie u. enthusiasmirtesich hier für Vaterlandsliebe, Erz-ehung,Volksthümlichkeit u. s. w. Doch war erschon damals nicht frei von Uebcrspanntheit;so lebte er, um sich abzubärlen. eine.Zeitlangeinmal bei Halle ganz im Freien. Als erden akadem. Cursus beendet hatte, ward erHauslehrer und kam dann nach verschie-denen Schicksalen nach Berlin. Ebendamals war die Zeit des Unglücks despreußischen Staats und der Herrschaft derFranzosen. I. glaubte die Ursache diesertief von ihm gefühlten Schmach in Er^chla'-fung des Volk« und hiervon den Grund inder weichlichen, schwächlichen Erziehung su-chen zu müssen. Diesem entgegen zu stre-ben, hielt er aber vor Allem für Roth undglaubte, seinen Erziehungsplan nicht besserautführcn zu können, als indem er die Kna-be» mehr zu Leibesübungen anregte. Erthat dies um 1808 oder 1809 Anfang« vor-zugsweise m't Knaben seiner Bekannt-schaft. Die'e folgten ihm le'cht und wil-lig; bald gab er seiner Einrichtung mehrAusdehnung und errichtete so um 1810 dieerste Turr anstatt. Der Staat sah wohlge-fällig I.« Beginnen, das ja auf die Be,

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freiung Teutschlands abzielte, v. noch mehrLnlehen erhielt I, als er 1813 kräftig fürdie Erhebung des preuß. Volks sprach u. n»tden meisten seiner Turner unter die Freiwilli-gen des Lützowsche Corps trat. I. ward hierO'sifter u begeisterte viele Jünglinge durchseine kräftige Rede. Er führte tempo-rär das 3. Bataillon. Indessen stiftete erunter dem lützowsche» Corp« dadurch, daßer se nc ehemaligen Turner vorzugsweisevor Allen begünstigte, sich immer sehr starkund widerspenstig gegen das, was ibm vondöhcrn Anordnungen nicht gefiel auSiprach,was auf die jungen der Subordination nichtgewohnten Gemülher mehr nachlheilig wirk-te, auch manches lieble, er war auch oft krank,hielt aber dennoch bis zum Frieden zu Parisbei dem Corps aus. Nach dem Friedennach Berlin zurückgekehrt richtete er so-gleich seine Turnanstalr wieder ein. DerRuf halte den Turnern und I. lammtdem Lätzowschen Corps mehr Einwirkungenauf die Begebenheiten 1813 —15 zuge-schrftben, als wahr gewesen war, und derZufluß zu dielen Turnanstalten war daherungemein. Er überhol» sich jetzt seinesStandpunkts, sah das Turnen für einender wichtigsten Staatszwecke an, verdammteoder verachtete Alles, was er nicht selbstmit Virtuosität trieb so namentlich dasLon-zen und Reiten, vernachlässigte den Sinnfürs Schöne und für feine Sitten über dieSorge für die Stärke und Gewandhelt. jaerklärte offen seine'Verachtung für dieselben,predigte den Knaben viel von StaakSjweck,Leulschkhum, Freiheitssinn, Wichtigkeit de«Turnzwecks vor und erzog daher wohlkräftige, in der Gymnastik gewandte,zugleich aber plumpe, dünkclhate, na-seweise und ihren Eltern und Lehrernwiderstrebende Jünglinge. Die ÜbelnErfolge diese« Verfahrens waren voraus-zuseb.n Um 1817 erhoben sich schon mch,rere Stimmen (s.Wadzeck) gegen dasLurn-wescn; Eitern, Lehrer u.'Vormünder k!ag-ten über die Anmaßung ihrer Anqehdrlgen,und 1819 wurde die Berliner TurnanstaU,dann auch die in den übrigen preußischenStaaten geschlossen. I. aber wurde, da ereben einen Ru' als Professor rach Grei's-waldc annehmen wollte, als demagogischerUmlricbe verdächtig, verhaftet». nach Span-bau, -dann nach Küstrin gebracht und zu-letzt vor eine Jmmedialcommisfion in Ber-lin gestellt. Man beschuldigte ihn näm-lich, durch Wort und That die demago-gischen Umtriebe, des. durch die Turnan-stalten, und betdrdert zu haben. Seine Fa-milie behielt indessen seinen Gehalt von 1000Rlhir., erfuhr auch v-eltache Beweise vonLheilnahmc. Man konnte jedoch I. kei-ner demagogischen Umtriebe überweisen, daer mehr, was er eben gedacht hatte, aus-gesprochen, als sich in dergleichen Staalsver-

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