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und mit Kameelhaaren überzogen; s. Hüte.
Buß-kampf (Moral), der höhere Gradder, zur Besserung des Menschen nothwen-bigen Traurigkeit, in so fern der Streitder bessern Gesinnungen und der Leiden-schaften noch obwaltet und sich selbst durchbas Äußere (Niedergeschlagenheit, Seufzen,wohl auch lautes Klagen rc.) ausspricht.
Buß-nägel (Hdlgsw.), Nägel, vondenen 100 Pfund wiegen.
Buß-orden (bußfertige Orden, Kir-chengesch.), sind eigentl. alle Orden der rö-mischen Kirche; doch führen einige insbe-sondere diesen Namen, z. B. Bnßbrü,der in Spanien, gestiftet im IS. Jahrh.,in Portugal, der lombardischen, der zep-vernschen Congregation, die Obregonen,die Hospitalircrbrüder u. a.; ferner Buß-sch Western des FranciScus, der strengenObservanz, die Recollectinnen, des heil. Jo,Hannes, Magdelonetten, die bekehrten Non-nen zu Orvieto, Rom und Sevilla u. a.B.-Prediger, die Prediger, die die Lehrevon der Buße vortragen oder km Allgemei-nen und Besonder» auf Buße dringen, ins-besondre die Missionarien (s. d.). B. - pre-dig t, worin solches geschieht. B. - psal.men, sind der 6., 32., 38., S1., 102.,
130., 148. (nach anderer Zählung der 6.,
31., 37., SO., 129., 103., 142.). Sie drückentiefe Reue ihre- Vers, über begangene Sün.den und Sehnsucht nach Wiedererlangunggöttlicher Gnade aus und wurden (so wiejetzt noch zum Theil) zur Liturgie gebraucht.
Bußra, s. Boßra.
Buß-register (Forstw.), dasVcrzcich-niß der Personen, welche Forstfrevel began-gen haben. B.-satz, das über die Forst-srevler an einem hierzu auSersehenen Tagegehaltene Gericht.
Bußrschwestern unserer liebenFrauen von Bethlehem, s. unterBethlehemiten.
Buß-seite (Hutm.), s. Buße 4).Buß-station und Buß-strafen, s.unter Kirchenbuße.
Buß-stück (Hutm.), so v. w.Buße 6).Buß-tage, 1) (Buß-, Bet. und Fast-tage, weil man ehedem an denselben faste-te), besondere zu gottesdienstlichen Ver-sammlungen verordnete Tage, deren Zweckist, die Gemeinden auf ihre sittlichen Ge-brechen aufmerksam zu machen, sie zur Bes-serung zu ermuntern und in gemeinschaft-lichem Gebete das Vaterland, und seinenFürsten der göttlichen Fürsorge und demgöttlichen Schutze zu empfehlen. In älte-rer Zeit schrieb man dergleichen nur in Zei-ten allgemeiner Noth aus; Büßpredigtenwaren jedoch schon früher den Geistlichen,hier und da für alle Freitage, zur Pflichtgemacht. In Sachsen ordnete Kurfürst Jo-hann Georg II. 1664 zuerst zwei an, undnachdem sie wieder einige Jahre unterlassen
Bußvcrmahming
worden waren, feierte man jährlich 2, bi«1707. In diesem Jahre schrieb man desKriegs wegen 3 aus. Von 1710 an sindin Kursachsen jährlich 3 Bußtage aus.geschrieben worden. In einigen Ländern gabes monatliche halb «Bußtag e. JmWei-marischen sind jetzt jährlich 2, im König,reich Preußen nur einer jährlich gewöhnlich.Die Texte pflegen vorgeschrieben zu wer-den ; die an denselben zu sammelnden Col-lecten waren ursprünglich für Vertriebeneund andere Mitleidswürdige, die von denGeistlichen jede« Ortes bet der Einsendungnamhaft gemacht werden mußten, bestimmt;später wurden sie andern wohlthätigen An.flalten zugewiesen. Daß man sie meist aufFreitage verlegte, hatte vielleicht darin seinenGrund, daß der Todestag Christi unterden Christen schon von vielen mit Fastenbegangen wurde, und das Anschlägen derGlocken während des Bußgebetes nach voll-endeter Predigt sollte wohl die nicht imGotteshause Gegenwärtigen zum Gebete da.heim auffordern. Die Liturgie weicht vonder anderer Sonntage ab, die gegebenenTexte zur Predigt (Bußtagstexte) sol-len auf besonders verbreitete Fehler oderLaster Bezug nehmen. — Die Juden hattenzum Neujahr einen großen Bußtag undhofften an demselben von Gott Befreiungder Strafen zu erlangen. Sie bereitetensich mehrere Tage Lurch besondere Gebeteund Gebräuche dazu vor, und die Bnßübun-gcn dauerten 10 Tage darnach fort. Der indiese fallende, mit Fasten verbundene Sabbathhieß Bußsabbarh und wurde nux we-nig verschieden von andern Sabbathen ge-feiert. Eine Art von Bußtag kannten auchbie Römer; f. Lupplicstio. 2) (Wald-forstbußtage, Rechts»».), der zur Bestra-fung der Forstfrevler bestimmte Tag. (/»/-.)
Buß-übungen, die körperlichen Be-schwerden, die sich ein Mensch auflegt (oderdie ihm aufgelegt werden), um entweder fürbegangene Fehler zu büßen oder sich zur Aus-übung von Tugenden geschickter zu machen.Die evangelisch - christliche Asketik weiß vonsolchen Bußübungen nichts, erwartet viel-mehr dis, Besserung von der vernünftigenEinkehr des Menschen zu sich selbst, diedurch den Gedanken an Gott und Pflicht,durch Lesung der Schrift, Abwartung desGdttesdienstes und Erinnerung an Vergel-tung in einer andern Welt bewirkt wird.Merkwürdig sind die Verirrungen der Men-schen in dieser Beziehung; am weitestenwerden sie wohl in Ost-Indien getrieben,wo Büßende Jahre lang an einem Orte ste-hen oder sitzen, die Hände über dem Kopfeliegen lassen oder sie geballt halten, daßdie Nägel durch den Handteller durchwach-sen sollen, und andere Abenteuerlichkeitenmebr. (t7>.)
B uß vermah nung, s. unt. Admoniren.
Bussa