Druckschrift 
4 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 4 / Boa bis Cardimelech
Entstehung
Seite
545
Einzelbild herunterladen
 

Vurguiklos

und ist Fundort von Eisensteinen,»>'.d Ver-steinerungen. B.-ton na» Dorf im AmteLonna (Herzogthum Sachsen-Gotha); hat550 Ew. und ein große- Kalktufflager.

Burgurllos (Thomas), span. Dich-ter zur Zeit Philipps IV.» Verfasser derberühmten, gegen Philipp IV- und seinenHof gerichteten Satyre: (faromaclua (Ka-Henkrieg); st. in der Mitte des 17. Jahrh.

Burgund (Gesch. u. Geogr,), 1) dasalte von den Burgundern gestiftete König-reich. Die Burgunder, ein vandalischcrVolksstamm, ursprünglich zwischen derOder und Weichsel, in der Ncumar? undin der Südhälfte von West-Preußen, spä-ter zwischen dem Rhein» Neckar und Ko-cher, sielen in Gallien ein (4'07) und er,hielten durch Vergleiche mit den Römern(414, 433 n. Ehr.) Wohnsitze daselbst umdie Rhone und Saone, in Helvetien undSavoyen. In der Folge breiteten sie sichmächtig aus, und das burgundcr Reich soll(seit 465) die Landschaften Franche Comte,Bourgogne, Lyonnois, Nivernais, Beaujo-lois, Vivarai«, Orange, Avignon, einenLheil der Provence, Dauphine, Savoyenund die Schweiz enthalten haben. AußerGenf war Lyon die Residenz ihrer Könige.Später wurden sie von den Ostgothen be-drängt und von den Franken besiegt; ihrReich ward mit dem fränkischen als ein be-sonderer Staat vereinigt (534 n. Ehr.).2) (Reu - Burgund). Die Merovinger undKarolinger blieben nun unter dem Titel derHerzoge von Burgund Herren des Reichs.Zu Ende der letztem Dynastie erhielt 877Graf Boso von Karl dem Kahlen die Pro-vence als Statthalterschaft; aber schon 879machte der Statthalter sich unabhängig u.stiftete das Königreich Lurgünstir cis-jirräna, das von seiner Residenz Arlesnun Arelat (s. d.) genannt, aber schon un-ter seinem Sohne Ludwig 903 von Beren-gar, Könige von Italien, über den Hau.fen geworfen ward. Das Herzogthum B.aber, welches einen Theil von Arelat ge-bildet hatte, kam durch Heirath an Hugoden Großen, der die erste Dynastie derHerzoge von Burgund stiftete. Zu gleicherZeit, als Boso sich in Arelat unabhängigmachte, hatte ein alemannischer Graf, Ru-dolf I., 837 sich zum Herrn der Provinzenauf beiden Seiten des Jura, wozu Hoch-burgund gehörte, aufgeworfen und wardvon dem deutschen Kaiser in der königlichenWürde, die er angenommen hatte, bestä-tigt; man nannte das von ihm gestifteteReich Lirr^ünüiL tiLiisjuräna.Mit demselben wurden in der FolgeProvence und die übrigen Länder von Lre-lat vereint, aber Rudolfs Stamm erloschbereits im Mannsstamme 1632, und derteutsche König schaltete als Lehnsherr mitdem Anfalle nach Gutdünken. — In Rie-

Encyclopäd. Wörterbuch. Vierter Band.

Burgund .545

der » Burgund oder Bourgogne dagegenhatte sich Hugo der Große befestigt; erbesaß das Herzogthum als Lehn von Frank-reich, und seine Dynastie blühet« bis 1351,wo es an die Krone Frankreich zurücksiel.8) (Herzogthum B.). König Johann be-lieh indcß damit seinen 2. Sohn Philippden Kühnen, der die 2. Dynastie der Her-zoge von Burgund stiftete. Er verheira-rhete sich'mit Magarethe von Flandern, dieihm die Franche Comte, Flandern, Artois,Mecheln, Antwerpen, Revers und Rethelals Brautschatz zubrachte, und ward so de,mächtigste Pair Frankreichs. Er hinter-ließ seinem ältesten Sohne, Johann demUnerschrockenen, alle seine Länder bis aufRevers und Rethel, das sein dritter Sohn,Philipp, bekam; der zweite, Anton, wardurch das Vermächtnis! Johannens Herzogvon Brabant und Limburg geworden, wozuihm der Vater noch Antwerpen gab; abersein Stamm erlosch schon mit seinem 2.Sohne Philipp I486. Johann der Uner-schrockene ward auf der Brücke von Mon-tereau 1419 gemeuchclmordet. Sein Sohnund Erbe, Philipp der Gute, vermehrteseine weitläustigcn Besitzungen 1428 durchden Ankauf von Namur, 1436 durch dieErbschaft von seinem Vetter Philipp, Bra-bant, Limburg und Antwerpen, 1433durch Holland, Zceland, Hennegau undFricsland, die er der Gräfin Jakobäa vonHolland abdrang, und 1443 durch den An-kauf von Luxemburg. Sein Sohn, Karlder Kühne, der 1473 noch Geldern undZütpben erkaufte, war einer der mächtig-sten Fürsten Europens; aber seine unglück-lichen Fehden mit den Schweizern lähmtenseine Macht; er blieb 1477 vor Nancyund hintcrließ seine große Erbschaft» diein der Geschichte nur die burgundischeErbschaft gen. ward, seiner ErbtochterMaria, die sie mit ihrer Hand Maximilianvon Ostreich zubrachte, wodurch sie dann anKarl V. und an dessen Sohn, Philipp vonSpanien, fiel. Da« von Frankreich zuLehn gehende Bourgogne hatte jedoch Lud-wig XI. als eröffnctes Kronlchn eingezo-gen, und cS blieb endlich nach hartnäcki-gen Kämpfen dieser Krone. Der übrigeLheil der Erbschaft kam durch die Lheilungder östreichischen Monarchie unter Karl V.,mit dessen Sohne, Philipp 11., an Spa-nien; die nördlichen Provinzen rissen sichim 16. Jahrh. davon los, und die südli-chen kamen durch den spanischen Succes-sionskrieg an Llstreich. Dieses trat sie imFrieden von Campo Formio an die franz.Republik ab, und nach dem Frieden vonParis kamen sie an das Königreich derNiederlande; vgl. Burgundischer Kreis. 4)(Bourgogne als franz. Provinz), grenztein Osten an Franche Comte und Breffe,gegen Westen an Nivernoi« und Bourbon-Ar m "MS,