A.
Ä, in allen bekannten Alphabeten (mitAusnahme des äthiopischen, wo es die drei-zehnte, und der Runenschrift, wo es diezehnte Stelle hat) der erste Buchstabe,kommt oft als Abkürzung vor. Beim Ab-stimmen über ein Gesetz in Rom hatte je-der Stimmende zwei Kugeln, eine mit X(»nliquo, d. h. für das Alte), die anderemit v. ft., (uni roß»s, d. h. fürden Vorschlag) bezeichnet. — Ciceronennt es den Segensbuchstaben, weil esin Criminalfällen die Freisprechung (->t>-»alurio) bezeichnete. — X bedeutet inder Logik: das allgemeine bejahende Ur-theil, wie X und ^!c»:-X das Verhältnißeines Begriffes und seines Gegentheils; inalten latein. Inschriften und Werken: X::-Austtis, Muftis, -ixer (Acker ) oderüjunr (man sagt), und als Zahl: 500,wie X 5000; auf alten Münzen: Argosoder Athen; auf später:: röm.: Antiochia,Aquileja oder Arelata; auf neuen: Paris,Wien, Berlin oder Amberg; aus Wech-seln : acceptirt; auf Courszetteln: arxerit(Geld); auf der Stellscheibe in Taschen-uhren : Lvaricer (geschwinder gehen), undbei alten und neuen Schriftstellern: snnusJahr). — a auf Briefen und in Rech-nungen heißt: in, zu und für, und a oder»s auf Recepten: «V«, welches bezeichnet,daß von den angegebenen Bestandtheilengleiches Maas genommen werden soll. —Rach dem griechischen Alphabet bedeutet inder Offenbarung Johannis X den Anfang,wie O (12) das Ende. — In der Mu-sik ist X die sechste diatonische Klangstufeder großen (ersten oder tiefsten ) Octave;», dieselbe in der kleinen (zweiten), sowie das eingestrichene und zweigestrichene »,
(s und n) dieselbe in der eingestrichenen(dritten) und zweigestrichenen (vierten)Octave unsers Tonsystems. X ist, außer-dem als Grundton beim Einstimmcn derInstrumente angenommen. — X ist, be-sonders in der Mathematik und Algebra,in Gleichungen, die Bezeichnung für d:eerste bekannte Größe, wie L und 6 fürdie zweite und dritte, und X für die un-bekannte. — X. X. bedeutet in Inschrif-ten: AuAustl (die Kaiser); auf Mün-zen : Metz; — X. X. X., in Inschriften:
EncyclopLd. Worterb. Erster Ban»;
anriim. srAentum, aes (Gold, Silber,Erz) und in der Chemie: Amalgame.Mit andern Buchstaben zusammengesetzteAbkürzungen findet man nach alphabetischerOrdnung.
A a, so viel wie Wasser, daher der Na-me vieler Flüsse in Teutschland, den Nieder-landen, Frankreich, der Schweiz und Rußland.
Aa (Peter van der), berühmter Buch-drucker und Buchhändler zu Leyden (gest.1734), in dessen Verlage verschiedene vor-treffliche Landchartcn und Werke (z. B.6ronovii rtiesaur::» Arnec. anriguits-rum, , 6r,ievii riie8. anriguimlum erliiscvr. Iraliae) erschienen sind.
Aabä (Abä), s. Abaeus und AbanteS»
Aabam, in der Chemie: Blei.
Aabo, s. Xkc>.
X a. L., anno »nts Lliristuin, fnkJahr vor Chr. Geb.
Aacandhala, s. Indra.
Aach, Fluß und Städtchen im Baden-schen. Fl. in Baierns Oberdonaukreise.Fl. im Canton Appenzell.
Aachen (Aken), Regierungsbezirk inlpreuß. Großherzth. Riederrhein, 66," Q. M.und (1818) 317,538 Ew. Die Haupt-stadt A. (Xguisxranum) ist eine alte,berühmte Stadt mit 82,300 Ew., verschie-denen Fabriken in Luch, Nadeln u. a.,einem Bisthum und berühmten Schwefel-thermen; sonst die Residenz - und Krdnungs-stadt der tcutschcn Kaiser. Karl der Großeward hier geboren, und liegt in dem Lowihm erbauten Münster begraben.
Aachen (Johann van), auch Fanächengenannt, berühmter Maler aus Köln, zumLheil in Correggio's Manier; st. i. I.1600 in Prag.
Aachner Friede, 1) geschlossen 166Lzwischen Frankreich, Spanien, Englandund den vereinigten Niederlanden, als denHauptmächten; 2) geschloffen 1748 zwischenÖsterreich, Frankreich, England, den Nie-derlanden, Spanien, Sardinien u. s. w.
Aachner Masse, ist ein ungeheurer,arsenikhaltiger Gedicgeneisen-Block, der zuAachen in e:nem Straßenpflaster steckt. Erhält etwa 16 Kubikfuß und wiegt über 70Centner. Sein Ursprung ist unbekannt;von Einigen wird er für metcorisch gehalten.
A Aachner