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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
Entstehung
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439
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bedeckt, die nach verschiedenen Häfen, besonders nach London gehen;die 4 Meilen unterhalb der Stadl angelegten Schleusen erhalten die-sen Fluß immer hoch und breit. Der Mayor dieser Stadt führt denTitel Lord; auch haben ihre Deputirlen im Parlamente den näch-sten Sitz nach denen von London. Ihr Erzbischof, dessen Kathedral-kirche für eine der prächtigsten und größten im Reiche gilt, ist derzweite in England.

York, die Hauptstadt des Herzogthums dieses Rahmens, inEngland, wo in Looc» Häusern nur isooo Menschen leben. DieHiuplkirche ist ungemein groß und ansehnlich. Eben so heißt eineStadt in Eanada (in Nordamerika), der Sitz der Regierung.

Eduard Aoung (sprich Aong), einer der kühnsten und erha.bensten Englischen Dichter, den seine Nachtgedanken unsterblichgemacht haben, war 1631 zu Upham in Hampshire geboren, und derSohn eines Geistliche». Er studirte zu Oxford die Rechte, wardDoctvr derselben: allein sein Enthusiasmus für die christliche Religionbewog ihn, das theologische Studium zu betreiben; er trat daher inden geistlichen Stand, ward 1723 Kapellan König Georgs II. underhielt eine beträchtliche Pfarrstelle zu Wclwyn in Hcrfordshire, woer sich mit einen» Frauenzimmer von dem edelsten Charakter, derWittwe des Obersten Lee, verheirqlhete. Allein, nur kurze Zeitdauerte dieser Ehestand, der die glücklichste Epoche seines Lebens aus-wachte: denn im Jahre 1741 starb seine überaus geliebte Gattin nebstdm Sohne und der Tochter, die sie ihm aus der ersten Ehe zuge-bracht hatte; er beklagte diesen Verlust in seine» Nachtgedanken(zu deren Verfertigung er dadurch veranlaßt worden war) sehr leb-haft, und wurde noch mehr als vorher zur melancholischen Poesie hin-gerissen, in der er auch bis an seinen Tod, der 176z zu Welrvyn er-folgte, wahre Meisterwerke lieferte. Er war ein Mann von uner-schütterlicher Rechtschaffenheit und aufrichtiger Religiosität, und liebtevorzüglich die Einsamkeit, welches eine Wirkung seines, zu tiefsinni-gen und traurigen Phantasien gestimmten, Geistes war. Er schriebsehr viel, und lieferte schon in seinen früher» Jahren einige allgemeinbeliebte Trauerspiele (die jedoch viele Mängel haben): die Rache»Busiris und die Brüder, verfertigte dann einige Gedichte, diew gen ihrer Schönheit und Erhabenheit mit allgemeinem Beifall ge-krönt wurden, z. B. drei Gesänge aus den letzten Tag, dieMacht der Religion, die Ergebung, (sein letztes im Grei-senalter geschriebenes Gedicht) und sieben Satyren, die er unter demTitel: die Ruhmbegierde, in ein Ganzes verband, und in denener den Ehrgeitz alS die Quelle aller Thorheiten und Laster in einer bei-ßenden, natürlichen und ungezwungenen Schreibart schilderte. Allein,sei» vortrefflichstes Werk find unstreitig die oben erwähnten Nachtge-danken oder die Klage, in neun Gesängen; ein Gedicht voll vonOriginalität und Feuer, wo er in dem höchsten poetischen Flug das Le-ben, den Tod, die Unsterblichkeit, die Würde der christlichen Reli-gion und der Tugend, und die Nichtigkeit alles Irdischen mit unnach-ahmlicher Erhabenheit und Größe der Gedanken besingt. Nie hat vorihm ein Dichter .v viel Stärke und wilden Schwung in der mclancho-