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und 1495. Erzbischof von Toledo. Er widmete nun sein Vermögen demWohlthun, seine Dienste ganz dem Staate, setzte schlechte Beamte ai>,arbeitete dem Wucher entgegen , reformirte die sehr gesunkenen Mönchs-orden , und, trotz den meuchelmörderischen Nachstellungen dieser ver-dorbenen Mönche, erreichte er doch seinen Zweck, wofür er durch denPapst Julius 11.(1507) mit dem Cardinalshuthe, und von KönigFerdi nand dem Katholischen mit Uebertragung der Staalsgc-schäfte belohnt wurde. (S. den Art. Spanien). Er wandte nunseine ganze Sorgfalt auf die Bekehrung der Muhamcdaner zur christ- ,lichen Religion : und seine Absicht ging auf nichts weniger, als Spa-niens Herrschaft unter den Mauern auszubreiten , und aus seine eigneKosten und in eigner Person die Eroberung der Stadt Oran in Al-gier zu unternehmen; dieß geschah im Jahr 1509 auch wirklich. Alsdie Flotte dazu ausgerüstet war, und die einzuschiffenden Soldaten, de-ren Officiers keinen General zum Chef haben wollten , welcher den Prie-sterrock unter dem Harnisch trug, große Unruhen anfingen ; so trat Li-nien es aus seinem Zelte hervor, und Hub eine Rede an die Rebellenan: ein Soldat unterbrach ihn, und rief: Geld ! keine Rede! — So-fort hielt Limenes inne, suchte den Soldat mit den Angen, ließ ihnsogleich arrctiren, auf der Stelle hangen, und — fuhr bann in seinerRede fort. Die Empörer, durch dieses strenge Beispiel geschreckt, füg-ten sich- die 30 Schiffe starke Flotte lief im Mai 1509 von Carkhage-na aus, und landete glücklich an den Küsten von Afrika. Der Cardi-nal, mit dem pricsterlichen Schmucke angethan, von Geistlichen undMönchen begleitet, vor ihm ein Franciscaner mit dem erzbischöflichenKreuz, führte zu Pferde den Zug selbst an ; die Mauren wurden zuruck- zgeschlagen, und Oran, eine der reichsten Städte von Afrika, fast ohneWiderstand, wohl auch durch Verrätherei, aber unter schrecklichemBlutvergießen, das die Soldaten anrichteten, eingenommen und geplün-dert , so daß der Cardinal selbst bei dem an folgendem Tage gehaltenenEinzüge häufige Thronen vergoß, und mit Rührung sprach: Es warenUngläubige, aber Menschen, die man zu Christen machen konnte: ihrTod hat mir den größten Vortheil des Sieges entris-sen". Er sorgte jetzt für die Sicherheit der Stadt, ließ neue Festungs-werke anlegen, und verwandelte die Moscheen in Kirchen — die größ-te davon widmete er unsrer lieben Frauen. So kam der geistliche Ero-berer von Oran triumphirend nach Spanien zurück, wo er aufs ausge-zeichnetste von dem bis gegen Sevilla ihm entgegen kommenden KönigFerdinand empfangen wurde. Mit unveränderlichem Eifer sorgteLimenes immerfort fürs Beste der Spanischen Nation, ließ, um Thcue-rungen vorzubcugen, große Magazine anlegen, die er auf seine eignen ,,Kosten füllte, so daß Ferdinand auch bei seinem Tode ihn iz>6zum Regent von Castilien ernannte. Kein Wunder, daß dieseEhrenbezeugungen, und die außerordentliche Standhaftigkeit, mit wel-cher er seine Befehle durchsetzte, die Großen des R-ichs und den gan«zen Adel, den er zu demüthigen suchte, wieder ihn rege machten. Ohnesich irren zu lassen, fuhr er fort: er ließ Truppen zu Friedenszcitcnformiren, stellte dadurch, ohne dem Pfluge die Menschen zu entziehen,eine Armee von zo,ooy Mann, zog unnütze Pensionen ein, forderte