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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
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und 1495. Erzbischof von Toledo. Er widmete nun sein Vermögen demWohlthun, seine Dienste ganz dem Staate, setzte schlechte Beamte ai>,arbeitete dem Wucher entgegen , reformirte die sehr gesunkenen Mönchs-orden , und, trotz den meuchelmörderischen Nachstellungen dieser ver-dorbenen Mönche, erreichte er doch seinen Zweck, wofür er durch denPapst Julius 11.(1507) mit dem Cardinalshuthe, und von KönigFerdi nand dem Katholischen mit Uebertragung der Staalsgc-schäfte belohnt wurde. (S. den Art. Spanien). Er wandte nunseine ganze Sorgfalt auf die Bekehrung der Muhamcdaner zur christ- ,lichen Religion : und seine Absicht ging auf nichts weniger, als Spa-niens Herrschaft unter den Mauern auszubreiten , und aus seine eigneKosten und in eigner Person die Eroberung der Stadt Oran in Al-gier zu unternehmen; dieß geschah im Jahr 1509 auch wirklich. Alsdie Flotte dazu ausgerüstet war, und die einzuschiffenden Soldaten, de-ren Officiers keinen General zum Chef haben wollten , welcher den Prie-sterrock unter dem Harnisch trug, große Unruhen anfingen ; so trat Li-nien es aus seinem Zelte hervor, und Hub eine Rede an die Rebellenan: ein Soldat unterbrach ihn, und rief: Geld ! keine Rede! So-fort hielt Limenes inne, suchte den Soldat mit den Angen, ließ ihnsogleich arrctiren, auf der Stelle hangen, und fuhr bann in seinerRede fort. Die Empörer, durch dieses strenge Beispiel geschreckt, füg-ten sich- die 30 Schiffe starke Flotte lief im Mai 1509 von Carkhage-na aus, und landete glücklich an den Küsten von Afrika. Der Cardi-nal, mit dem pricsterlichen Schmucke angethan, von Geistlichen undMönchen begleitet, vor ihm ein Franciscaner mit dem erzbischöflichenKreuz, führte zu Pferde den Zug selbst an ; die Mauren wurden zuruck- zgeschlagen, und Oran, eine der reichsten Städte von Afrika, fast ohneWiderstand, wohl auch durch Verrätherei, aber unter schrecklichemBlutvergießen, das die Soldaten anrichteten, eingenommen und geplün-dert , so daß der Cardinal selbst bei dem an folgendem Tage gehaltenenEinzüge häufige Thronen vergoß, und mit Rührung sprach: Es warenUngläubige, aber Menschen, die man zu Christen machen konnte: ihrTod hat mir den größten Vortheil des Sieges entris-sen". Er sorgte jetzt für die Sicherheit der Stadt, ließ neue Festungs-werke anlegen, und verwandelte die Moscheen in Kirchen die größ-te davon widmete er unsrer lieben Frauen. So kam der geistliche Ero-berer von Oran triumphirend nach Spanien zurück, wo er aufs ausge-zeichnetste von dem bis gegen Sevilla ihm entgegen kommenden KönigFerdinand empfangen wurde. Mit unveränderlichem Eifer sorgteLimenes immerfort fürs Beste der Spanischen Nation, ließ, um Thcue-rungen vorzubcugen, große Magazine anlegen, die er auf seine eignen ,,Kosten füllte, so daß Ferdinand auch bei seinem Tode ihn iz>6zum Regent von Castilien ernannte. Kein Wunder, daß dieseEhrenbezeugungen, und die außerordentliche Standhaftigkeit, mit wel-cher er seine Befehle durchsetzte, die Großen des R-ichs und den gan«zen Adel, den er zu demüthigen suchte, wieder ihn rege machten. Ohnesich irren zu lassen, fuhr er fort: er ließ Truppen zu Friedenszcitcnformiren, stellte dadurch, ohne dem Pfluge die Menschen zu entziehen,eine Armee von zo,ooy Mann, zog unnütze Pensionen ein, forderte