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kern, und erhielt, nachdem er sich hatte taufen lassen, seine Besitzun«! gen in Sachsen zurück, und den Titel eine- Herzogs von Sach-sen. Seine später» Schicksale lassen sich nicht mit Gewißheit ange-ben, so viel und so verschiedenes auch manche Chronikenschreiber vondenselben zu erzählen wissen. Allein eben dieses Stillschweigen dergleichzeitigen Schriftsteller ist der beste Beweis dafür: daß er wenig-stens nicht wieder als Carls Feind aufgetreten sei. Wenn man übri-gens erwägt, daß der siegreiche Carl dreizehn Jahre lang mit ihmi kämpfte, ohne ihn zur Unterwerfung zu bringen, daß eS jedes Mahlnur W i ttek«nds Gegenwart bedurfte, um seine geschlagenen Lands-leute von neuem um sich z» versammle,,, daß nicht Er Carln Unter-werfung, sondern Carl ihm Friede und Versöhnung freiwillig ankrug;so bedarf es wohl keines Beweises, daß Wittekind kein verächtli-cher Gegner Carls gewesen sei, und daß er ein ehrenvolles Andenkenin der Geschichte verdient, wenn schon das Glück seine Unternehmun-gen nicht immer, und in der Hauptsache gar nicht begünstigte.
Wittelsbach, s. Otto von Wittel sbach.
Wittenberg, eine mittelmäßige, ziemlich alte, und die Haupt-stadt des so genannten Churkreises, von ungefähr 6 dis 7000 Einwoh-nern im Königreich Sachsen. <Ne liegt in einer niedrigen Gegend ander Elbe, über welche eine neue 17L4 dis 86 erbaute hölzerne Zoo El-len lange Brücke führt, und hat eine berühmte evangelische Universi-tät, weiche 1502 von Churfürst Friedrich dem Weisen gestiftetwurde. Außerdem ist auch hier ein Schöppcnstuhl, Conststorium, Hof-gericht, Krersamt rc. Besonders merkwürdig ist diese Stadt in der^ Geschichte der Reformation, die hier durch Luther (s. dirs. Art.)1517 »hren Anfang nahm, dessen Grabmahl, auch nebst dem seine-Freundes, Mel auch ton, in der schön gebauten Schlvßkirche zu se-hen ist. Im siebenjährige» Kriege litt diese Stadt ungemein viel, wo-von man auch noch an den vielen unbebauten Stellen die traurigenSpuren sehen kann; und eine wiederhohlte Erfahrung machte dieseStadt auf ähnliche Art in dem neuesten Französischen Kriege (im Oct.180Ü), wo die öffentlichen Lehrgebäude zu Lazarethen, die Kirchen zu< Magazinen, Ställen rc. gebraucht wurden. Wittenberg wurde nebstErfurth und Spandau zu Waffenplätzen, und an Befestigung der Stadtsowohl als der Brücke wurde aufs erostlichste gearbeitrt; und trotz demder Universität ertheilten Schutzbrief vom Marschall Äavoust wurdedoch dieselbe so wenig geschont, daß die Studien dadurch ganz undgar gehemmt, und ein großer Theil der Sludirendcn auszuwandern,oder vielmehr, nach den damahls erst geendete» Ferien, nicht wieder. zurückkchren gcnöthiget waren. Jedoch wurde zu Anfänge des folgen-den Jahres dieß Ungemach wieder gehoben, und die Universität fingnun auch wieder an, unter günstiger«» Einfluß mit der vorigen Lhä-tigkeit für das Beste dieser so wichtigen Lehranstalt zu sorgen.
Das Witt hum heißt alles dasjenige, was ein Mann seinerFrau zu ihrem Unterhalte nach seinem Tode ausseht. In den älte-sten Zeiten pflegte der Mann dirß schon als Bräutigam seiner Brautzum Brautschatz zu verordnen; in der Folge aber wurde daS Wit-thum von dem Leibgedinge, welches allemahl einen Brautschatz