Wie
Z25
Köniq Eduard HI. von England (f 1377) hatte nähmlkch im Jahr,.^65'den Pererspfennig (s. dies. Art.) eingezogen, und dadurchden P"pst ein,r givßen Einnahme beraubt, in deren Besitz er sich zubehaupten suchte. Man hatte Wiclcf durch seine Absetzung zur Ruhezu bringen geglaubt; allein er ging nach Oxford zurück, hielt dortmit idem größten Beifall theologische Vorlesungen, und verlheidigtenun 1Z67 in einer besonder» Schrift die Rechte des Königs gegen denPapst. Da indeß dieser in seinen Anmaßungen fortfuhr, und debaup-tece: daß ihm das Recht gehöre, die geistlichen Pfründen in Englandzu vergeben; so schickte Eduard Wiclcfen, der jetzt Professor der Theo-logie in Oxford war, im Jahr 1Z74 nebst einigen andern als Ge-samten an d n.Papst, und Wiclef ermangelte nicht, auch gegen ihnmündlich die Rechte seines Königs zu behaupten. Er hatte unterdes-sen die päpstliche Curie noch besser kennen lerne», und faßte nun ersteinen ködtiichen Haß gegen sie, den er in einer seiner vorzüglichstenSchriften bewies, die eine Unterredung zwischen der Wahrheit, einemarglistigen und einem klugen Theologen enthält. Da ihm Eduard,nach Beendigung seiner Gesandtschaft, rz 75 auch ein Canonicat ander Collegiatkirche zu Westbury, und die Pfarre zuLutterworthin der Dtöces von Lincoln ertheilte, so suchten die Mönche diesenihnen immer gefährlicher werdenden Mann auf alle Art zu stürzen.Denn jetzt ging er sogar so weit, den Geistlichen alle weltliche Ge-richtsbarkeit abzusprechen. Sie übergaben deßhalb 1^77 Papst GregorXI- (f '378) achtzehn Lehrsätze oder Artikel, die, ihrer Meinungnach, ketzrisch waren, und welche Wiclef vorgetrogen haben sollte.So sehr der Hof den Derlheidiger der königlichen Rechte i» Schutznahm, so drohte ihm doch viele Gefahr, -a Gregor dem Erzbischofvon Sanlerbury den Auftrag gab, Wiclefen wegen dieser Lehrsätze zurVerantwortung z» ziehen. Allein, obschon der Erzbischof eine Ver-sammlung der Geistlichen in London zusammen berief, vor welcherWiclef erscheinen mußte, so begleitete ihn doch der Herzog, Johannvon Lancaster, mit in die Versammlung, hals ihn selbst vertheidigcn,und so sähe man sich genöthiget, ihn sreizusprechen. Gregor ließ dar.auf, nach König Eduards Tode, im Juni IZ77 eine neue Versamm-lung der Geistlichen in England zusammen berufen, vor welcher Wic-lef sich nochnnhlS stell, n mußte;, doch auch jetzt wagte man nicht, ihnzu verurtheilen, sondern man »egte ihm bloß Stillschweigen auf. Wic--lef fuhr jedoch immer fort, mit Freimüthigkeil seine vorher geäußer-ten Grundsätze sowohl durch Schriften, als auch mündlich auf derKanzel und auf dem Lehrstuhle zu verbreiten. Die Geistlichkeit zogendlich Eduards Thronfolger, den schwachen König Richard II. aufihre Seite; und in einer rzZs zu London gehaltenen Versammlung derGeistlichen wurden mehrere von Miclefs Lehrsätzen als ketzerisch ver.dämmt, seine Anhänger theilS zum Widerruf gezwungen, theils inSGcfängniß geworfen. Da jedoch Wiclef selbst, auf Anrathen seinerFreunde, sich vor der Versammlung nicht gestellt halte, über dieß Ur-ban Vl. und Clemens VIl. einander seit >Z8? den päpstlichen Skublstreitig machten, und deßhalb zwischen ihren beiderseitigen Ai häogernStreitigkeiten waren, so zog sich Wrclefs Prozeß in die Lange, und