Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Diese Ausdauernde Pflanze wächst durch ganzEuropa, und findet sich in Deutschland vorzüglichhäufig in schattigen WSldern und Gebüschen, analten Mauern und zwischen bemoosten Felsen.

Die Wurzel liegt flach und horizontal^, ist hol-zig, kriechend und mit vielen kleinen, häutigenSchuppen und Fasern besetzt.

Die Blätter oder Wedel sind anfangs spiral-förmig gewunden, und rollen sich, nach und nachin die Höhe steigend, auseinander. Sie sind ausge-breitet, grün, glatt, doppelt gefiedert, ein bis zweyFufs lang, und haben Stiele, die, so wie auch dieHauptrippen, der Länge nach mit kleinen, trocknen,häutigen Schuppen dicht besetzt sind» Die grös-sern Blätter derselben stehen abwechselnd, sind lan-zettförmig, mit lang vorgezogener Spitze und wie-der gefiedert. Die kleinern Fiederblättchen sindzahlreich, am Grunde fast zusammenfliessend, läng-lich, stumpf, an den Rändern gezahnt, nehmen ge-gen die Spitze an Gröfse ab, und bilden zusammeneine Pyramide,

Die Frucht besteht in kleinen, bedeckten, miteinem elastischen Ringe umgebenen Kapseln, die innierenförmige, auf der Rückseite der Blattchen inzwey Linien gedrängt stehende Häufchen vereinigtsind.

Die Blüthezeit ist Juni bis September.Die Wurzel (Radix Filicis s. Filicis maris s. Fi-licis non ramosae, dentatae, Johanniswurzel, Fan en*-krautwurzel, Johannishand) ist oflizinell.

Sie ist länglich, gegen sechs Fufs lang, bis dreiZoll dick und besteht aus vielen, länglich - eyrun»den, ziemlich grofsen und dicken, dicht bey undaufeinander liegenden, gekrümmten, harten, schwärz-^liehen Knoten oder Knollen, die mit rostfarbigenSchuppen bedeckt sind. Nach unten hin treibt sieviele schwarzbraune Fasern, und hat im ganzenfast das Ansehen eines geflochtenen Zopfes. Im Fri-schen Zustande hat sie auswendig eine grünlich-schwarzbraune, und inwendig eine gelblich-weifseFarbe und markige Beschaffenheit; getrocknet aberist sie aufsen dunkelbraun, etwas ins röthliche spie-lend und innen bleich-bräunlich-gelb. Der Geruchder frischen Wurzel ist schwach, etwas erdig undwidrig; der Geschmack ekelhaft, anfangs sülslichund schleimig; dann aber bitterlich herbe und ei-nigermafsen zusammenziehend.

Sie wird im Spätherbste eingesammelt, undnachdem sie gehörig gereinigt und getrocknet wor-den, in gut verschlossenen Gefäfsen aufbewahrt; Weilsie leicht wurmstichig und kraftlos wird, und ihreneigenthümlichen Geruch und Geschmack einbüfst.Auch darf das Pulver der Wurzel, welches einegräulich gelbe Farbe haben mufs, nicht auf zu lan-ge Zeit vorrathig gehalten werden.

Statt 'dieser Wurzel wird zuweisen die Wurte}ues Adlersaumfarren (Pteris aquiliua L.) eingesam-melt, welche aber länger, dünner, ästig, kriechend,aufsen von schwarzer Farbe, und inwendig weilsgesprenkelt ist, und in die Queere etwas schrägdurchschnitten, die Gestalt eines doppelten Adlersoder eines Kreuzes zeigt.

Von der Wurzel des weiblichen Farrnkrauts(Polypodium Filix foemina L., Aspidium Filix ioemi-na Willden.), womit sie verwechselt werden kann,unterscheidet sie sich dadurch, dafs diese kurz undperpendikulär in die Erde steigt, und dafs die schup-pigen Ueberbleibsel der Blattstiele mit der Spindelder Wurzel nach oben einen spitzen Winkel bilden.Der an der Spitze etwas ästige Wurzelstock istgrofs, eben so dick und fast dicker als bey Aspi-dium Filix mas, auch schwärzer und nicht braunvon Farbe. Die ganze Wurzel ist mit sehr schwar-zen Fasern behängt, besitzt einen unangenehmen,bittern, schleimigen Geschmack, und die Schuppenderselben sind dünn, schwarz und ohne derben,fleischigen Inhalt.

Auch geschieht zuweilen eine Verwechselungmit der Wurzel von Aspidium spinulosum, Willden,(Polypodium cristatum et Dilalatum L.) an wel-cher der Wurzelstock schwächer ist, und die Ueber-bleibsel der Strünke weniger verdickt sind, auchvon der markigen Substanz nur sehr wenig enthal-ten. Ebenfalls unterscheidet sich die Pflanze sehrdeutlich durch die Borsten an den Zähnen derBlättchen,

Abbildungen.

Schkuhr. crypt, 45. t. 44^ 4& t '45. 5o, t. 5i,

Gunner fl. norveg. n. 4- t. I, fig. 4»

Black well herb. t. 323,

Boltons filic. tab. 24.

Alenk icon. pl, med. t, 739,

Flor du dict. des scienc. med. livr, 44» pU *67»

Kern er t. 139.

Zorn icon. pl. t. 497»

Magaz, f. die Botan, t, g. 8. f. 10.

Erklärung' der Platte:

Taf. No.

i. Ein Blatt von der Rückseite.

2, Die Wurzel.

3, Ein Saamenhäufchen vergröfsert.

4, Eine einzelne Saamenkapsel vergröfsert,

5» Dieselbe aufgesprungen mit Saamen vergröfsert.