Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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weit über die Flügel des Kelchs hervorragt. Sehrinteressant ist es, dafs auf dieser häutigen Kapseldie Gefäfse von der Spitze nach der Basis hinlau-fen, als sey sie aus zwei umgekehrten und ver-wachsenen Kelchflügeln gebildet. Der länglich-nie-renförmige Saanie ist schwarz mit weifsen Haarenund einer häutigen weifsen an der Spitze vertieftenKeimwarze. Wir erhalten die Wurzel dieser Pflanze,die unter dem Namen Radix Senegae in dermateria medica bekannt ist, in zerbrochenen,gekrümmten, durch Längsfurchen runzlichen Stücken,von gelblich - grauer Farbe und von der Dicke einerSchreibfeder, mit dünneren Fasern untermischt; auchkommen viele Stücke mit dem rundlichen knotigenWurzelstocke vor. Der Geruch ist eigenthümlich,unangenehm, ranzigem Baumöl etwas ähnlich; derStaub erregt Niesen; der Geschmack ist kratzend.Die gelbliche Rindensubstanz ist kräftiger als derweifse innere holzige Theil. Sie enthält nach Geh-len (Berl. Jahrb. 1804)

WeichharzSenegin

Süfsen kratzenden ExtraktivstofFGummi

Holzfaser __

Anm. Von dieser hier beschriebenen Pflanze scheintdie Polygala Senega Dec. Prodr. ver-schieden. Ein Exemplar des Vahl'schen Her-bariums, welches wir als hierher gehörig be-trachten möchten, zeichnet sich sehr durch ge-stielte etwas gröfsere violette Blumen, diemehr elliptische Kapsel und den Mangel desKamms (crista), so wie durch den behaartenStengel und schmälere Blätter aus. Ichglaube, dafs die P. Senega Var. rosea Mich,hierher gezogen werden darf, und dafs viel-leicht auch ihre Wurzel gesammelt wird; doch

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ist sie auf jeden Fall als eigene Art zubetrachten. Warum die Autoren sichauf Lin. Amoen. acad. 1. c. beziehen, dieBlumenkrone imberbis nennen, verstehe ichnicht, da in jener Beschreibung deutlich ange-geben ist, dafs man die getrockneten Blüthennicht habe untersuchen können. Uebrigensstimmt diese Beschreibung und die allerdingsmangelhafte Abbildung mit unserer Pflanze über-ein. Aufserdem ist auch bei der ebenfalls un-vollständigen Abbildung des Bot. Mag. der

Kamm angedeutet.

(N. v. E.)

Erklärug der Tafel.

Die ganze Pflanze mit der Wurzel.Eine Blüthe, in natürlicher Gröfse.Dieselbe, vergröfsert.

Die Blumenkrone, von der Seite gesehen.Die oberen Blumenblättchen ohne den Kiel(carina).

Der Kiel mit dem Kamm (crista).Derselbe ausgebreitet, mit den verwachsenenStaubgefäfsen.

Die sechs verwachsenen Staubgefäfse, alle Fi-guren vergröfsert.

Der Kelch mit der reifen Kapsel, in natürlicherGröfse.

Dieselbe Figur, vergröfsert.

Die Kapsel, von der schmalen Seite gesehen.

Dieselbe, aufgesprungen und von oben gesehen.

Der ausgebreitete Kelch.

Die reife Kapsel mit den von der Spitze ab-wärts laufenden Gefäfsen.

Der Saamen, in natürlicher Gröfse.

Derselbe von der Seite gesehen, vergröfsert.

Derselbe von vorn gesehen.