Ham
, Hamilton (spr. Hämilten) ist ein Nähme, der in vieler! Hinsicht das dankbare Andenken der Nachwelt verdient. So hatsich der
Ritter William Hamilton für Naturforscher und Kunstliebha-ber einen bedeutenden Ruf erworben. Er, aus einer großen schotti-schen Familie herstammend (gcb. ungefähr 17Z1) hatte Anfangs ebennicht viel Reichthum, doch ein gewisser Erweebtrieb brachte ihn nachund nach so weit, das er eines der glanzenden Englischen Hauser inNeapel, wo er den Gesandtschaftspvsten bekleidete, auswachke. SeinHaus war fast 38 Jahre lang der Mittelpunkt aller gebildeten Reisen-den aus dem nördlichen Europa. Er war einer der thätigsten und for-schenden Kunstsammler, der Tausende bei Unternehmungen aufopferte,ungeachtet nicht zu läugnen ist, daß er eben durch diese seine Specu-lation beträchtlichen Gewinn erlangte: welches besonders der Fall beidem Verkauf seiner ersten. Vasensammlung an das Brittische Museumund bei dem Absatz seiner prachtvollen Lampi b'NIeZesei war. Ohneseine diplomatischen Berufsgeschäfte hintanzusetzen, war Hamiltonder genaueste Beobachter der Alterthümer, der Künste und der Natur ;! er gab den Künstlern Arbeit und hatte sich ein treflichcs naturhistori»^ sches Cabinet gesammlet. Die Lehre von den Vulkanen dankt! ihm die wichtigsten Aufklärungen, und seine beiden Werke: Ob 8 er-rs t i o n 8 on mount Vv 8 uvius und das Prachtwerk derPhle-graischen Gefilde werden immerfort ruhmvolle Denkmähler fürihn sepn. Die Kunde der alten V asen - Gemählde ist gleichsamvon ihm geschaffen worden. — Seine Ernennung zum Englischen Ge-sandten in Neapel (1764) traf ziemlich in die Periode, wo man ebendie entdeckten unterirdischen Städte Pompeji, Herculanum rc. ausgrub,u. Hamilton trug sehr viel zur bessern Betreibung dieser Ausgra-bungen, hauptsächlich aber zur Aufwicklung der 8 »o verkohlten Papy-rus-Rollen bei, welche in einem unterirdischen Gange gefunden wor-den waren, wozu der Pater Antonio Piaggi allein von ihm ve-i soldet wurde, — Was sein Häusliches Leben anlangt, so lebte er mit> seiner ersten Gattin, die er 1755 heirathete, in der glücklichsten Ehe,ober 1782 verlor er sic durch den Tod, und als er "dann 1784 nach2 yjähriger Abwesenheit in sein Vaterland zurückkehrte, verliebte er sichm die schöne Tänzerin Miß Harto, mit der er sich verband, undwelche als L ady Hamilton in Neapel alles zu bezaubern wußte.Daß sie in der engsten Verbindung mit dem berühmten SeehcldenNelson lebte und ihn auch auf seinen Reisen begleitete, ist bekannt. —Hamilton mußte am Ende seiner politischen Laufbahn, bei demDrucken der Franzosen, aus Neapel flüchten, wo er seine Kunst-ichätze zwar rettete, aber einen Theil seiner Vasen dicht an der Küste-Britanniens verlor. In seinem Vaterlande beschäftigte er sich noch mit-Handschriften, die hoffentlich noch nach seinem Tode (der ihnAb 72jährigen Greis im Avril 1803 übereilte) durch seinen Freund«Harle Townley herauskommen werden.
Hamilton. Unter diesem Nahmen haben sich in dem vorigens?" esa'" gegenwärtigen Jahrhundert mehrere schätzbare Mahler in-Deutschland und England ausgezeichnet; in dem gegenwärtigen ist vor-