Diese ausdauernde Pflanze (Halbstrauch) findetsich durch ganz Europa, und ist in Deutschland sehrgemein auf ungebatiteu Feldern, auf sandigen, ber-gigen, unfruchtbaren Orten, au Wegen und auftrocknen Hügeln. Sie blüht im Juni und Juli, undläfst sich durch Zertheilung der Wurzeln und durchden Samen, der im August und September zur Reifegelangt, vermehren.
Die auswendig braune, inwendigweifsliche Wur-zel ist holzig, ästig* rund, von der Dicke eines klei-nen Fingers and drüber. Sie kriecht in verschiede-nen Richtungen weit unter dem Boden, ist oft einbis zwev Fufs lang und so zähe , dafs sie nicht seltenden Gang des Pfluges hemmt, woher auch wohl dieBenennung, Ochsenbrech, entstanden feyn mag.
Der Stengel ist hart, sehr ästig, roth-braun oderröthlich von Farbe, zottig, gewöhnlich geneigt,selbstniederliegend, mid auf der Erde ausgebreitet, jedochullmählig aufsteigend, und jung oliue Dorne9 im Al-ter aber mit langen, starken, pfriemenförmigen Dor- Inen versehen , die besonders am Ende der Zweigezu bemerken sind.
Die Blätter sind abwechselnd; die untern drey-zählig, bestehen aus umgekehrt-eyförmigen, stum-pfen , gesägten, grünen, gestreiften, am Grundeganzrandigen, auf beyden Seiten haarigen Blättchen«Die Stiele sind kurz, und scheinen geflügelt durchdie am Grunde sitzenden Afterblättchen. Die obernBlätter sind einfach.
Die blafs-purpurrothen oder rosenfarbigen, sel-ten weifsen, schmetterlingsformigen Blumen stehenauf sehr kurzen Stielen einzeln oder auch zu zweyenin den Blattwinkeln.
Der Kelch ist einblättrig, zottig, glockenförmigund in fünf gleichbreite, lange, zugespitzte, nachoben zu etwas aufgebogene Einschnitte getheilt, wo-von der untere unter dem Schiffchen befindlich. Dieschmetterlingsförmige ßlumenkrone besteht aus einerherzförmigen, gestreiften Fahne, die breiter und an denSeiten mehr niedergedrückt ist, als die übrigen Blu-
menblätter; aus zwey eiförmigen Flügeln, die kürze;-sind als die Fahne , und aus einem zugespitztenSchiffchen, welches fast länger ist als die Flügel. Diezehn in einen Bündel verwachsenen Staubfäden tra-gen einfache Staubbeutel. Der obere eyförmige,grünliche, zottige Fruchtknoten ist mit einem einfa-chen, aufsteigenden, fadenförmigen Griflel versehen.Die Narbe ist einfach und stumpf.
Die Frucht ist eine zottige, kurze, eyförmigeaufgeblasene, einfächerige, zweyklappige gewöhnlichdreysaamige Hülse. Die Saamen sind nierenförmig,braun uud rauh.
Die Wurzel (Ochsenbrechwurzel, Hauhechel-wurzel, radix Ononidis spinosae s. Restae bovis) istoffizinell. Sie besitzt einen süfslich, schlei [filmen Ge-schmack und ist geruchlos. Man pflegt sie im Aprüeinzusammeln, und nimmt auch wohl die uiqht we-sentlich davon verschiedene Wurzel der Ackerhau-hechel (Ononis arvensis L.), welche Pflanze sich angleichen Standorten lindet, aber keine Dnine hat,und wovon nach einigen die dornige Hauhechel nureine Varietät ist.
Abbildungen.
Flor, du Dict. des Scienc. med. liv. 10. pl. 39.
Plenk. Je. pl. med. tab 553.
Ocder. fl. dan. tab. 783.
Gärtn. de fr, et sem. Cent. 9, t, i54» f. 6.
Black well. Herb, tab. 3oi.
Rivin, Jntrod. r. Herb. t. 6g.
Erklärung der Platte.
Taf. Nro.
1. Ein blühender Zweig,
2. Die verschiedenen Theile der Blumenkrone.
3. Ein in fünf Einschnitte gespaltener Kelch, mit
dem verwachsenen Staubfädenbündel.
4. Die vom Kelche umgebene kurze Hülsenfrucht»
5. Tiin einzelne« nierenförmiges Saamenkorn,