Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Blüthen bilden eine sehr dichte, oftmehrere Fufs lange Aehre an der Spitze des Stengels.Der Kelch ist einblättrig, mit weifsem Filz be-deckt und in fünf lanzettförmige, spitze Abschnittebis über die Hälfte getheilt.

Die Blumen kröne ist selten ganz flach aus-gebreitet, daher fast trichterförmig, von mittlererGröfse im Verhältnifs gegen die übrigen Arten die-ser Gattung, schön blafs-gelb und auf der äufse-ren Seite etwas behaart; von den fünf elliptischenabgerundeten Abschnitten sind zwei etwas gröfser.Die fünf Staubfäden, die aus dem kurzenBlumenrohr entspringen, sind von ungleicher Länge,die beiden untern sind länger, aufsteigend und fastglatt, die drei obern viel kürzer und mit langen,kraufsen, weifsen Haaren bekleidet. Die Staub-beutel sind mit der breiteren Spitze der Staubfä-den verwachsen; der Pollen ist dunkel - pome-ranzengelb. Der Fruchtknoten ist eiförmig mitdichten kurzen Haaren besetzt; der grüne, glatteGriffel hat die Länge der kürzeren Staubgefäfseund trägt eine grüne kopflormige Narbe.

Die Frucht ist eine eiförmige, an der Spitzein zwei Klappen aufspringende zweifächrige Kap-sel, die mit einem kurzen und dichten gelblich-braunen Filz bedeckt ist; die eingeschlagenen Rän-der der beiden Fächer sind mit dem centralenbraunen Saamenhalter verwachsen; die Saamensind sehr klein, hellbraun und mit Längsfurchenund Querrunzeln durchzogen.

Die Blumen und Blätter dieser Pflanze (Flor eset Folia Verbasci) sind als schleimige, erwei-chende Arzneimittel bekannt. Die Blumen verlie-ren sehr bald ihre schöne gelbe Farbe und müssen,wenn sie diese erhalten sollen, sehr schnell getrock-net und in fest verschlossenen Gläsern bewahrtwerden.

An merk. Statt der Blumen dieser Art könnenauch eben so gut die des Verbascum thap-siforme Sehr., des V. phlomoides undeiniger verwandten Arten gesammelt werden.V. thapsiforme kommt weit häufiger alsdas hier beschriebene V. Thapsus vor undführt bei mehreren Autoren diesen Namen»Man unterscheidet es aber schon durch diefast noch einmal so grofsen radförmigen Blu-men leicht von dem hier beschriebenen ächten

V. Thapsus Sehr.

(N. v. E.)

Abbildungen.Blackw. Herb. tab. 3.

Erklärung der Tafel.

i. Die ganze Pflanze, nach einem sehr grofsenExemplare, um das fünffache verkleinert.

2. Ein Blatt von mittlerer Gröfse.

3. Eine Spitze der Blüthenähre in natürlicherGröfse.

4« Eine Blüthe mit dem Kelch und dem Deck-blättchen, in natürlicher Gröfse.

5. Eine geöffnete Blumenkrone, eben so,

6. Einer der längeren Staubfaden.

7. Einer der kürzeren, beide vergröfsert,

8. Der Kelch mit dem Fruchtknoten,g. Eine reife Kapsel.

10. Dieselbe im Querdurchschnitt.

ii. Dieselbe der Länge nach geöffnet, mit dem

Saamenhalter, (von Figur 8 an in natürlicher

Gröfse.)12. Der Saamen, stark vergröfsert.