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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Veratrum Lobelianum Beruh.

(Der Lobelische Germer.)

C h a r. S p e c.Veratrum Lobelianum.

V. raceiuo composito, rachi pubesccnte, floribus vi-

rescentibus, superioribus subsessilibus et brac-

teis longioribus obvallatis.

Veratrum album. , ,

V e r a t r u ra splca paniculata.

Helleborum album, flore subviridi, .Helleborus albus flore subviridi. .

Bernb. in Scbr. N. Jourtf. II. p. 35ß.

Bluff et Fingerh. Comp. Fl. Germ. I. p, 479.

Lin. Spec. plant, ed. II. p. i479» (secund, Bernh.)

Mat. med. ed. I. p. 167.Ha 11 er. Helv. n. 1204. Stirp. p. 298. (ex specimi-nibus in diversis Helvetiae montibus collectis).Lobel. Stirp. p. 168.C. Bauh. Pin. 186.

Diese Art, welche von mehreren Autoren alseine Spielart der früheren betrachtet wird, wächstauf den höheren Bergen der Schweitz, in Kärn-then und Krain auf Kalkboden,

Sie unterscheidet sich von der vorhergehendenbesonders durch folgende Merkmale:

Der Stengel ist fast glatt und die Blüthen-stiele weit minder behaart.

Die Blüthen bilden einen zusammengesetztenTrauben, mit einfachen mehr aufrecht-abstehendenAesten; die Endtraube ist länger als die an denSeiten.

Die besonderen Blüthenstielchen sindkürzer und fehlen an den oberen Blüthen fast ganz.

Die Deck blättchen sind an diesen letzternviel gröfser und breiter, und fast so lang als dieBlume.

Die Blättchen der Blüthenhülle (petala)stehen mehr aufrecht, sind stumpfer, deutlicher ge-wimpert, blafsgrün mit dunkleren Nerven. (Aneinem von Herrn Professor Hoppe bei Heiligenblutgesammelten Exemplar sind die Blüthen mehr weifsals bei den in der Schweitz gesammelten Pflanzen.)

Die Früchte bestehen hier, und ohne Zwei-fel auch bei der vorhergehenden Art, in drei miteinander verwachsenen, an der Spitze auf der in-nern Seite sich öffnenden, ungefähr einen Zoll lan-gen braunen und häutigen Kapseln, welche zahl-reiche, an dem innern Rand der Klappen befestigteSaamen enthalten. Diese sind länglich, von einembreiten ungleichen häutigen gelblich - weifsen glat-ten Rand Umgeben.

' Der von den Wurzelfasern befreite Wurzelstockder beiden hier beschriebenen Pflanzen ist unterdem Namen der weifsen Nieswurz, RadixHellebori albi, officinell. Er ist ungefähr zweibis drei Zoll lang, einen halben bis ganzen Zolldick, fest, schwer und holzig, aufsen runzlig undgleichsam Avarzig, schwärzlich - braun, innen weifs;die Wurzel hat getrocknet fast keinen Geruch, abereinen höchst scharfen brennenden und bitterlichenGeschmack; ihr Staub erregt heftiges Niesen, unddie innerliche Anwendung erheischt die gröfsteVorsicht, da die Wurzel zu den gewaltsamen drasti-schen Arzneistoffen gehört. Sie enthält nach Pel-letier und Caventou folgende nähere Bestand-theile:

Ein eigenthümliches scharfes Alkaloid (Ve-ratrin) was auch in den Wurzeln von Col-

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