Die Preifselbeere ist ein kleiner Strauch,welcher in gebirgigen Gegenden und Wäldern anschattigen Orten auf trocknem Boden in Deutsch-land, Frankreich, England und in mehrern andernLändern des nördlichen Europas wächst und oftganze Haiden überzieht.
Die Wurzel ist holzig, hart, dünn und pflanztsich gewöhnlich ziemlich weit unter der Erde krie-chend fort.
Der runde, graubraune, strauchartige Stengelist am Grunde niederliegend, nachher aufrecht undselten über einen Fufs hoch.
Die immergrünen , abwechselnden , umge-kehrt - eyförmigen Blätter sind stumpf, ganz unge-theilt, am Rande etwas zurückgerollt, lederartig,oben dunkelgrün und glatt, unten punktirt undweifslich.
Die blafsröthlichen, oderweifsen, wohlriechen-den Blumen stehen in einfachen an den Spitzen derZweige unterwärts hängenden Blumentrauben.
Der kleine, bleibende, einblättrige Kelch istoberhalb befindlich und fünfzahnig. Die Blumen-krone ist einblättrig, eyrund-glockenförmig, fünf-spaltig, auch ungetheilt. Die Lappen sind zurück-gerollt. Die 8 Staubfäden stehen auf dem Frucht-boden und haben zweyhörnige Staubbeutel. DerFruchtknoten sitzt unten und hat einen einfachenGriffel, der länger als die Staubfäden und mitstumpfer Narbe versehen ist.
Die Frucht ist eine rundliche, glatte, erbsen-förmige mit einem vier bis fünfspaltigen Nabel be-
zeichnete, karminrothe, inwendig weifse und in vierbis fünf Fächer getheilte Beere, worin viele kleineSaamen enthalten sind.
Die Preifselbeere oder rothe Heidelbeere blühtim Mai und Juni. Die Prüchte reifen im Juli undAugust. Sie ist sehr schwer fortzupflanzen und um-sonst hat man sich bemüht sie in Gärten zu kulti-viren.
Die Beeren, Kernsbeeren, Preifsclbeeren (Bau-che vitis idaeae) sind offizineil. Sie besitzen einenrothenSaft von säuerlichem etwas herben Geschmack.
Abbildungen.
Oeder. fl. dan. t. 4<>.
Engl, botan. t. 598.
Gramer. Forstwesen, t. 4g» Fig. 3. 4-
K e r n e r. Abbild, ökon. pfl, t. 343.
Kniphoff. cent. g. n. o,5.
Knorr. del. I. t. S. 18. n. 2.
Erklärung der Platte
Taf. No.
1. Eine blühende Pflanze.
2. Eine früchtetragende Pflanze.
3. Ein Kelch mit Staubgefäfsen.
4. Dieselben vergröfsert.
5. Eine geöffnete Blumenkrone.G» Der Saame.