Druckschrift 
Religions-Vergleich Welcher zwischen Dem Durchleuchtigsten Fürsten und Herren, Herren Friederich Wilhelmen, Mcraggraffen zu Brandenburg, des H. Röm. Reichs Erz-Cämmerern, und Churfürsten in Preussen, zu Magdeburg, Gülich, Cleve, Berg, Stettin, Pommern der Cassuben und Wenden, auch in Schlesien, zu Crossen und Jäferndorff Herzogen, Burggraffen zu Nürnberg Fürsten zu Halberstatt, Minden und Camin, Graffen zu der Marck und Ravensberg, Herren zu Ravenstein, und der Lande Lawenburg und Butau. : Und Dem Durchleuchtigsten Fürsten und Herren, Herren Philipp Wilhelmen, Pfalz-Graffen bey Rhein, in Bayern zu Gülich, Cleve und Berge Hertzogen, Grtaffen zu Veldentz, Sponheim, der Marck, Ravensberg, und Mörß, Herren zu Ravenstein, u. Uber Das Religions- und Kirchen-Wesen In denen Hertzogthumben Gülin, Cleve und Berg, auch Graffschafften Marck und Ravensberg respectivè am 26. Aprilis 1672. zu Cöllen an der Spree, und am 30. Julii 1673. zu Düsseldorff auffgerichtet worden.
Entstehung
Seite
52
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

(52)1. Daß Se. Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg die Röm. Catholische beydem jenigen, was sie an Kirchen, Clöster, Sacellen Geistl. Wohnungen, Güteren und Renthen, sie haben Nahmen, wie sie wollen, dem Instrumento Pacisund aufgerichteten Religions-Recessen gemäß gegenwärtig besitzen, jeder Zeitschützen und handhaben wollen.2. Daß die Pfarr=Kirch zu Wesel auf der Matena genannt, welche zu Verwahrung einigen Getrayds und Mehls bis dahin gebraucht worden, den Evan-gelischen Reformirten und die zur Commenderien S. Joannes daselbst gehöri-ge Kirch oder Capelle den Catholischen eingeräumet, vorgemelte Reformirteund Catholischen auch die übrige Kirchen und Clöster daselbst Zufolg gemeltenInstrumenti Pacis und Religions-Recessen respectivè verbleiben undrestituiret.3. So dan die Collegiat- und Pfarr-Kirchen zu Reeß den Römisch=Catholischen gelassen, denenselben auch die Vicarie trium Regum als deren Renthen zu Unterhaltung des in selbiger Kirchen vorhandenen Organi gehörig wieder gegeben, den Evangelischen Reformirten aber in ihrer daselbst habendenKirch und sonst dem Belieben nach ihren GOttes-Dienst zu üben in alle Wegfrey stehen solle.4. Daß die in der Stadt Emmerich gestifftete Archi-Diaconat. Kirch SMartini und S. Aldegundis Pfarr=Kirch, so dan der PP. Societatis JEsuder Creutz=Brüder und Georgii Frater-Herren Kirch, wie auch das Jungfrauen=Closter obgemelten Römisch=Catholischen Vermög des Münster= undOßnabruggischen Frieden=Schlusses und vorgemelten Religions-Recesserverbleiben, sie Catholische aber der Convenientz halber zu Erweitherung undAnrichtung der Evangelischen Kirchen und Exercitii zu gemeltem Emmerich dieSumm von tausend fünffhundert Rehlr. bey Außwechselung und Executionjetzt gemelten Vergleichs baar erlegen, dabeneben das Sacellam Divæ Virginis Marienburg genannt sampt dabey liegenden Kirch=Hoff abtretten, und dieEvangelische Reformirte und Lutherische sich hierunter in der Güte miteinander vereinbahren, nicht weniger auch obgemelte Frater-Herren S. Georgiisich mit den Evangelisch=Lutherischen wegen ihrer des Organi Ornamentenund Reparations halber gemachter Prætension der Billigkeit nach verglechen sollen.5. Und weilen ermelte Evangelisch=Reformirte vorbracht, daß in der PfarrKirchen zu Orsey im Jahr 1609. das Reformirt Exercitium geübet, dessenaber im Jahr 1622. entsetzet, folgends doch wieder darin restituiret worden,und dannenhero so wohl als auch weil der mehrer Theil der Gemeine zu OrsonReformirter Religion zugethan, sothane bey neulicher Eroberung der StadtOrsot