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Der Melilotenklee, eine zweyjährige, (nach ei-nigen ein- nach andern mehrjährige) Pflanze wächstin Europa und wird in Deutschland häufig auf An-höhen, Dämmen, Schutthaufen und Wällen, aufFeldern, Wiesen, ungehauleu und trocknen Orten,an Hecken und Wegen, an Gebäuden, in Wäldernund Weinheigen etc. angetroffen. Die in fettemLande gezogenen Pflanzen werden sehr giofs, sindaber weniger kräftig und wirksam, so wie auch dieVarietät derselben mit weifsen Blüthen.
Die Wurzeln sind länglich, fast einfach, geradespindelförmig, etwas astig und mit Seitenfasern besetzt.
Der Stengel ist aufrecht, hart, astig, zweyFufsund drüber hoch, glatt und etwas eckig. Die Ästesind abwechselnd und ausgebreitet.
Die gestielten, abwechselnden Blätter sind ausdrey glatten, länglich- eyförmigen , schmalen, obenetwas gesägten Blättchen zusammengesetzt, wovondie beyden untern in einiger Entfernung vom End-blättchen stehen. Die Afterblätter sind ganz unge-theilt, gegenüberstehend und lanzelt-pfriemenförmig.
Die wohlriechenden, abwechselnden, kurz ge-stielten Blumen, fSchmctterlingsblumen) sind klein,überhangend, von glänzend-gelblicher Farbe undstehen in den Blattwinkeln in länglichen, einfachenwalzenförmigen Trauben.
Der einblättrige, röhrigeKelch ist bleibend undfünfzahnig. Das Schiffchen der schmetterlingsför-tnigen Blumenkrone besteht aus einem Stücke, istkürzer als die Flügel, und diese sind kürzer als diezurückgebogene Fahne. Die zehn Staubfaden,wovon einer frey steht, haben einfache Staubbeutel.Der fast eyförmige, längliche, obere Fruchtknotenträgt einen aufsteigenden pfriemenförmigen Griffelmit einfacher Narbe,
Die Frucht besteht in überhängenden, kleinen,nackten, eyrunden, spitzigen, schwärzlichen, etwas
lutizlichen, einfächevigen,einklappigen Hülsen, welchefast noch einmal so lang sind, als der sie zumTheilbedeckende Kelch, und ein bis zwey gelbliche, et-was rundliche Saamen enthalten.
Der Melilotenklee blüht im Juni bis August.Die Saamen reifen im August und September.
Die Blumen mit den Blättchen oder die blühen-den Spitzen (Melilotenblumen, Steinkleeblumen, floresMeliloticitrini) sind omzinell.
Man sammelt im Juni und Juli die Blumen dergelbblühenden Pflanze ein. Sie besitzen einen ei-genthümliehen angenehm balsamischen, starken,honigartigen Geruch, der auch beym Trocknensichnicht verliert. Der Geschmack ist schleim ig-bitter-lich und etwas scharf.
Abbildungen.
Flor, du Dict. des Scienc. med. livr. 60. pl. 229.
Sturm, die Kleearten Deutschi.
Sturm. Deutsch, flor. I. tab. ij.
Engl, botan. t. i34o.
Oeder. fl. dan. tab. y34-
Buillard. Herb. t. 255.
Black well. Herb. tab. 80.
Gmelin. fl. sibir. 4- ta h. 7.
Kniphoff. Cent. 7. n. 9Ü.
Rivinus. t. 6.
Erklärung; der Platte. .
Taf. Nro.
Ein blühender Stengel.
Die einzelnen Theile der Blumenkrone.Ein einzelner Kelch mit dem Bündel der Staub-fäden.4- Eine Saamenhülse, die der bleibende KeJeb.umschliefst.