!-«L
Suchtelen Suckow 7-19
fielen. S. empfing zur Belohnung die schöne Domaine Albnfera und den Herzogstitel. Erbehauptete sich nun in der Provinz Valencia und zog sich erst 1813, mit der Räumung derHalbinsel von den Franzosen, schrittweise gegen die Pyrenäen zurück. Nachdem er im Jan.181-t die Heinikehr Ferdinand's VIl. gedeckt hatte, eilte er nach Paris, wo er den Befehlüber die kaiserliche Garde übernehmen sollte, wozu es jedoch nicht kam. Nach dem SturzeNapoleon's wendete er sich zu den Bourbons und erhielt das Commando der zehnten Mili-tairdivision. Als jedoch der Kaiser von Elba zurückkehrte, ging er wieder in dessen Dienste,wurde Pair und trat an die Spihe der I (WON M., welche die franz.Grenze im Süden deckensollten. Er schlug erst ein Corps Piemontesen, dann ein östreichisches, und zog sich hieraufnach Lyon zurück, wo er sich, da Alles verloren war, den Bourbons ergab. Nach der zweitenRestauration blieb er ohne Anstellung; doch gab ihm Ludwig XVIII. I8IS die Pairswürdezurück. Nach langer Krankheit starb er auf einem Schlosse unweit Marseille am 3. Jan.1826. Sein einziger Sohn folgte ihm in der Pairswürde. S. hinterlicß geschätzte Me-moiren über die span. Feldzüge, welche sein Stabschef Saint-Cyr-Nugues (2. Ausl., 2Bde.,Par. >83-1) heransgab.
Suchtelen (Joh. Pet., Graf), ein sehr wissenschaftlich gebildeter Mann und großerSammler, geb. >759 in der niederländ. Provinz Oberyssel.aus der Familie des Barons vonSuchtelen, erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung, und war Offener bei dem hollä'nd. Genie-corps, als Katharina I l. von Rußland ihn >783 zu sich berief. In Rußland wurde ihm die Lei-tung vieler öffentlichen Bauten und anderer Arbeiten übergeben, und als Chef der Artillerie lei-tete er die Belagerung von Sveaborg, das durch eine Kriegslist in die Hände der Russen gerieth,die darin bestand, daß man ein Blatt der schweb, amtlichen Zeitung„Uost-ocIi inrilces ticlaing"nachmachte, worin der König von Schweden die Unmöglichkeit der Vertheidigung von Svea-borg selbst ausgesprochen haben sollte, und selbiges mit Vorschlägen zur Übergabe nachSveaborg schickte. Sein „Üräcis eie la guerrs <Ie kmlemel" trägt zwar den Namen seinesältesten Sohnes Paul S., der sich im pers. Kriege auszeichnete und als General starb, istaber wenigstens dem Inhalte nach von ihm. Nach Beendigung des Kriegs kam S. als Ge-sandter nach Stockholm und nachher nach Paris. Im Kriege gegen Frankreich von >813war er in der Suite des Kronprinzen von Schweden. Nach dem Abschlüsse des Friedensbekleidete er wieder den Eesandtschaftspostcn in Stockholm und zwar bis zu seinem Tode im1.1836. Mit diplomatischen und militairischen Einsichten verband er vielseitige Kenntnisse,besonders in der Numismatik und in der Literaturgeschichte, und stand mit den berühmtestenBibliographen Europas in Briefwechsel. Das von ihm gesammelte Münzcabinet, das zumTheil von Scstini beschrieben wurde, trat er noch bei seinem Leben an die Akademie derWissenschaften zu Petersburg ab. Seine Gemäldesammlung war zwar nicht reich, abererlesen; seine Bibliothek hingegen gehörte zu den größten Privatsammlungen in Europaund bestand größtentheils aus Prachtwerken, Seltenheiten und Handschriften.
Suckow (Karl Adolf), als Novellendichtcr unter dem Namen Posgaru bekannt,wurde am 27. Mai >802 zu Münsterberg geboren, wo sein Vater Rector an der Bürger-schule war. Nachdem er das Gymnasium zu Schweidnitz und das Elisabethanum zu Breslaubesucht hatte, bezog er >820 die Universität zu Breslau, wo er der Philosophie und Theologiesich widmete. Nachdem er sieben Jahre Hauslehrer gewesen, habilitirte er sich l830 inBreslau als Privatdocent in der evangelisch-theologischen Facultät. Gegen Ende des J.>831 wählte ihn das Presbyterium der Hofkirche in Breslau zum dritten und 1846 zumzweiten Prediger; auch war er seit >83-1 außerordentlicher Professor der Theologie. Erstarb am l. Apr. 1847. Als Lehrer beliebt und von steigendem Einflüsse, betheiligte er sichauch sonst, durch eine bedeutende Persönlichkeit unterstützt, mit Eifer an gemeinnützigen Un-ternehmungen, z.B. an dem breslauer Taubstummeninstitut und dem Gustav-Adolf-Vcrein.Als Schriftsteller erregte er zuerst Aufsehen als Pseudonymos Posgaru durch die Novelle„Liebesgeschichten" (Bresl. 1829) und den „EermanoS" (Presl. 1830), die beide zusam-men in einer zweiten Auflage unter dem Titel „Novellen" (3 Bde., Bresl.! 833) erschienen.Der innere Werth des ersteren Werks veranlaßt die Muthmaßung, daß es von Tieck her-rühre, obgleich derselbe für S. nur in formeller Beziehung Vorbild gewesen war; die be-stimmt hervortretenden Tendenzen jener Novelle aber eine ganz andere geistige Richtung of-