Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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rinnenförmigen Blattstielen; sie sind am Grundeschwach herzförmig ausgerandet, lang zugespitzt,ganzrandig, glatt; 2 i/i 3 1/2 Zoll lang, n/22 Zoll breit. In den Winkeln der Stiele sind kleineeiförmige spitze grünlich-violette Knospen.

An der Spitze der Zweige kommen aus grofsengelblichen, von dreiseitigen stark gewölbten spitzen"Schuppen gebildeten Knospen, zwei ansehnliche auf-rechte pyramidalische Blüthensträufsc (thyrsi)hervor. Die Deckblättchen sind an den erstenVerzweigungen des Straufses keilförmig, in der Näheder Bliithen schmal linienförmig und wie die Blü-thenstiele mit kurzen gelblichen Drusenhaaren besetzt.Die Kelche sind sehr klein, kreiseiförmig, mitvier kurzen Zähnen an der Mündung.

Die wohlriechenden Blumen sind gewöhnlichvon hellblauer Farbe, doch kommen auch Spielar-ten von violetter und ganz weifser Farbe vor. DasBlumenrohr ist vier bis fünfmal länger als derKelch, nach oben etwas verdickt. Die Abschnittedes Saums sind zuerst ausgebreitet, dann zurückge-schlagen, rinnenförmig, linien-lanzettförmig,oder in einer Spielart mit gröfseren dichter-stehen-den Blüthen, mehr eiförmig.

Die beiden Staubfäden sind mit dem Blu-menrohre verwachsen und nur mit den Spitzen amSchlund des Blumenrohrs frei, wo die grofsen gel-ben Antheren ansitzen.

Der grüne eiförmige zweifächrige Frucht-knoten ist vom Kelch umgeben; der Griffel istan der Spitze etwas verdickt und läuft in eine läng-liche grofse zweispaltige blafsgelbe Narbe aus, diedie Staubbeutel am Grunde berührt.

Die holzigen Kapseln bleiben an dem Baumebis die neuen Blüthen des folgenden Jahres erschei-nen; sie spalten sich mit der am Rücken derFächer befestigten Scheidewand in zwejKlappen, so dafs gleichsam vier Fächer entstehen,in deren jedem ein flacher mit häutigem Rand um-gebener brauner Saamen liegt.

Die unreifen Früchte sind in der neuernZeit in Frankreich von Dr. Cruveilhier als einwirksames Mittel gegen Wechselfieber empfohlenworden und verdienen, da sie besonders so leichtzu bekommen sind, die Aufmerksamkeit unsererAerzte. Nach der von Pelroz und Robinet un-ternommenen Analyse enthalten diese Früchte:

einen das schwefelsaure Eisen grün fällendenExtractivstoff,

eine das Eisen grau fällende Substanz,

Bafsorin, Zucker, Chloropb.il, apfelsauren Kalkund Salpeter. (Journ. de Pharm. X. p. 148.)

(N. v. E.)

Erklärung der Tafel.

«. Ein blühender Zweig.

2. Der Kelch mit dem Pistill.

3. Derselbe, vergröfsert.

4. Ein Längsdurchschnitt der ßlumenkrone mit zwei

Staubgefäfsen und dem Pistill.

5. Eine geöffnete reife Frucht.

6. Die eine Klappe derselben, von vorn gesehen.

7. Der Saamen.

8. Ein Aestchen mit unreifen Früchten.

9. Blüthen von der Spielart mit den breiteren Ab-

schnitten der Blumenkrone.