Der gemeine Eber eschbau m ist von mi{-tclmäfsiger Höhe, wächst in Europa, im nördlichenAsien, und findet sich fast durch ganz Deutschlandin Wäldern, auf Bergen, um Dörfer, an Strafsenund Wegen, Man zieht ihn auch in Gärten, undseines schnellen Wuchses, seiner dicht belaubtenKrone, seiner wohlriechenden Bliithen und schönen,rothen Früchte wegen wird er häufig in Alleen,Lustwäldchen und Anlagen zur Zierde angepflanzt.In achtzig Iahren erreicht er seine Vollkommenheit,und wird i3o bis tjo Iahre alt.
Er ist unbewaffnet; die Rinde an alten Stäm-men grau und glatt; an den Jüngern Zweigenaber rothbraun. Die Knospen sind länglich undzugespitzt; die End knospen gröfser, und, so wieauch die Seitenknospen, mit weifslichem Filzeüberzogen. Das weifsliche Holz ist hart, fest, zu-weilen schwärzlich gemasert und im Kerne röthlich.Die Blätter sind, wie die Aeste, abwechselnd,ungepaart gefiedert und glatt. Sie bestehen aus 9bis i5 gegenüberstehenden, stiellosen, lanzettförmi-gen, spitzen, an den Rändern gesägten, oben dun-kelgrünen und unten hellgrünen, etwas feinhaarigenBlatt eben. Die Blattstiele sind etwas dunkel-rot h und am Gründe stärker. Die Endblätt-chen sind gröfser gestielt, und alle werden beymAbsterben röthlich.
Die weifsen Blumen stehen an den Endender Zweige in aufrechten, sehr ästigen, grofsenDoldentraubeu.
Der bleibende, einblättrige, auswendig fein-haarige Kelch ist vertieft, abstehend und fünfthei-lig. Die Krone besteht aus fünf vertieft-hohlen,rundlichen, stumpfen , ganz - randigen Blumen-blättern. Die zwanzig pfriemenförmigen Staub-fäden tragen rundliche Staubbeutel. Der untereFruchtknoten ist mit drey, zuweilen auch vier oder
fünf fadenförmigen, aufrechten Griffeln versehen.Die Narben sind kopfformig.
Die Früchte bestehen in herabhängenden,glatten, glänzenden, runden, weichen, genabelten,anfangs grünen, bey der Reile aber schön Schar-lach-rothen Beeren, welche etwas grösser als Erb-sen, inwendig gelb und meistens dreyfdcherig unddreysaamig sind. Die Saamen sind länglich nndKornartig.
Die Blüthezeit ist Mai und Juni. Die derFruchtreife September und October.
Die Beeren (Vogelbeeren, Baccae Sorbi aueu-pariae) sind, obwohl selten gebraucht, offizinell.
Sie besitzen einen mehligen, sauer-herben, zu-sammenziehenden, etwas scharfen, unangenehmenGeschmack.
Abbildungen.
Plenk ic. pl. med. t. 392.
Engl. bot. 337.
Oeder fl. dan. t. io3i.
Kerner Beschr. Würtenberg. Bäum. 3. t. 21.
Gärtn. de fr. et sein. 2. t. 87.
Black well herb. t. 73.
Du Hamel arb, 2. t. 73.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Zweig.
2. Ein früchtetragender Zweig,
3. Ein einzelnes Blümchen.
4. Der geöffnete Kelch.
5. Ein Staubfaden vergrössert.
6. Der Fruchtknoten vergrösser^
7. Ein Saamenkorn.