genden. Sie wird bey uns häufig in Gärten ge-zogen.
Ihre holzige und faserige Wurzel treibt einenstrauchartigen, aufrechten, harten, cylindrischen,zwey bis drey Fufs hohen, grünlichen oder asch-farbigen Stengel, welcher sich in viele Aeste aus-breitet.
Die Blätter sind abwechselnd, gestielt, zwei-fach gefiedert, oder vielfach zusammengesetzt undvon 'mattblaugrüner oder graugüner Farbe. Diemehr oder weniger getheilten oder gespaltenenkeilförmigen, kleinen, an der Spitze breitern rund-lichen, stumpfen Blättchen derselben sind auf bey-den Seiten glatt, ein wenig dick und laufen amGrunde, vorzüglich die Endblättchen, etwas zusam-men und werden daselbst schmaler, so dafs dermittlere Lappen der Endblättchen beynahe herz-förmig ist.
Die Blüthen bilden am Ende der ZweigeBlumenbüschel, sind gestielt und grüngelb von Far-be. Der bleibende, einblättrige Kelch ist kurz,glatt, mit vier bis fünf Einschnitten versehen undkürzer als die Blumenkrone, welche aus vierbis fünf abstehenden, eyförmigen , hohlen, nagei-förmig verengerten Blumenblättern besteht.Die Staubfäden, zehn, gewöhnlich acht an derZahl, sind pfrienienförmig, abstehend, am Grundeetwas breiter, von der Länge der Krone und ste-hen im Blumenboden, welcher mit 10 Honiglö-chern gezeichnet ist. Die Staubbeutel sind auf-recht und sehr kurz. Der Fruchtknoten sitztoben, ist höckerig, mit einem Kreuze bezeichnetund am Grunde mit 8 —10 Honigpunkten umge-ben. Der Griffel ist aufrecht und pfriemenför-mig; die Narbe einfach.
Die Frucht ist eine rundliche, höckerige Kap-sel aus vier oder fünf Lappen und eben so vielenFächern und Klappen bestehend, welche an denSpitzen in vier oder fünf Stücken aufspringt, undviele kleine nierenförmig - eckige, runzliche Saamenvon schwärzlicher Farbe enthält.
Nur die erste und mittlere Blüthe dieser Pflan-ze hat gewöhnlich 10 Staubfäden und fünf von denübrigen Blumentheilen, während die andern meistnur 8 Staubfäden und vier Blumentheile haben;weswegen sie auch wohl mit mehrerem Recht indie VIH. Klasse gehörte.
Die Blüthezeit ist Junius bis August und die ■Fruchtreife August und September.
Die Raute liebt einen trocknen etwas sandigenBoden und kann durch Wurzelzertheilung, leichter
aber durch den Saamen vermehrt werden. Die inGärten gezogene Raute, (Ruta hortensis latifolia),hat breitere, den ganzen Winter durch grün blei-bende Blätter; die schmalblättrige wildwachsendeRaute, (Ruta silvestris angustifolia) hingegen klei-nere Blumen, und schmälere, spitzige Blätter vonweifslich grüner Farbe,
Das Kraut, (herba Rutae seuRuta hortensis) istofiizinell. Der Saamen ist nicht mehr gebräuchlich.Das Kraut, welches, ehe die Blumen hervor-brechen, eingesammelt wird, besitzt, so wie al-le Theile der frischen Pflanze einen eigenthüm-lichen starken balsamischen, für viele Personensehr unangenehmen und. widerlichen Geruch undeinen bitteren, scharfen, etwas gewürzhaften Ge-schmack, welche Eigenschaften allemal in derwildwachsenden Pflanze mehr als in der in Gärtengezogenen entwickelt sind und sich beym Trocknenzugleich sehr vermindern. Durch Destillation desKrautes erhält man ein flüchtiges Oel, welches reich-licher in den Saamen als in den übrigen Theilenenthalten seyn soll.
Abbildungen.
Morison H. p. 507. S. 5. t. iA. f. 3.
La Mark ill. 345. t. 1.
Tournefort t. i33.
Ludwig ect. veg. p. 10. t. 20.
Kern er ökon. pfl. B. 3. pl. 284-
Gärtner p. i83. t. 111.
Blackwell herb. t. 7.
Zorn icon. pl. t. 163.
Schkuhrs bot. Handb. t. 115.
Plenk icon. pl. med. t. 332.
Handb. der pharm, bot. Jbl. XXXIV. f. 188.
Fl, du dict, des scienc. med. livr, 79. pl. 3o4.
Erklärung der Platte.. Taf. No.
1, Ein blühender Zweig.
2, Eine zur Seite stehende Blume ohne Blumen-
blätter, mit acht Staubgefäfsen,
3, Eine querdurchschnittene Frucht von einer zur
Seite stehenden Blume.4* Ein Saamenkorn in natürlicher Gröl'se.
5, Ein vergröfsertes Saamenkorn.
6, Eine fünffächerige Saamenkapsel, von der mitt-
leren oder obersten ersten Blume in wel-cher -5 Blumenblätter und 10 Staubgefäfseenthalten waren.