Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Blüthen stehen in ziemlich entfernten hal-birten abwechselnd nach beiden Seiten gerichtetenQuirlen aus sechs bis fünfzehn kurz gestielten nicken-den Blüthen gebildet; sie sind die kleinsten unterden hier abgehandelten Arten. An der Spitze desStengels und an den oberen Aesten sind diese Blü-then-Quirle ganz blattlos, an der Basis der unte-ren und mittleren Aeste finden sich kleine kurz ge-stielte lanzettförmige Blätter.

Die Blüthenstielchen sind am Grunde ge-gliedert und ungefähr noch einmal so lang als dieBliitbenhülle.

Die innern Blättchen derselben (valvulae) sindlänglich, stumpf, ganz, (nicht gezahnt) fast gleich-breit und schon während der Blüthen noch einmalso laiig als die schmalen äufsern Blättchen; das einederselben ist etwas gröfser und am Grunde mit ei-nem stark hervortretenden Korn (callus Wallr.) ei-ner Anschwellung des Mittelnerven, von grüneroder rother Färbung, je nachdem die Pflanze imSchatten oder in der Sonne gestanden hatte, verse-hen; nicht selten ist auch auf einem zweiten Blätt-chen ein kleineres Korn vorhanden.

Die Staub gefäfse und das Pistill sind vondenen der übrigen Arten nicht verschieden. Beider Reife sind die Kelche, das Korn und die Cary-opse braunroth.

Die Wurzeln dieser drei hier abgehandeltenPflanzen kommen vermischt unter dem Namen Grin d-wurzel, Radix La pathi acuti, in den Offizinenvor, doch wird wohl in Deutschland am häufigstendie Wurzel von R. obtusifolius und R. cris-pus als den gemeinsten Arten gegeben. Sie ist ge-trocknet, aufsen braun, innen mehr oder wenigergelb und besitzt einen bitteren und adstringirendenGeschmack; die Wurzel des R. obtusifolius ist bit-terer als die der beiden andern. Der Aufrufs iströthlich-gelb, schleimig und wird durch Eisensalzegrünlich. (Pfaff. Mat. med. VII. P« *68.)

Anm, Dafs R. acutus Lin. hierher gehört,möchte ich deshalb bezweifeln, weil Linnein der Flora suecica bei dieser Art »valvu-lae dentatae graniferae» angiebt. Da in dem

genannten Werke (ed. seeunda i755) kein R.obtusifolius aufgenommen ist, so könnteman vielleicht das Wort »acutus» von denZähnen des Kelchs herleiten und den R. a c u-tus Fl. suect zu R. obtusifolius selbstoder zu der von Wallroth neu unterschie-denen Art, dem R. cristatus Wallr., zie-hen. Der R. sylvestris dieses Autors sollnach Fries der Schwedische R. obtusifo-lius seyu. (Novit. Fl. suec. VI. p. 87.)Ru-mex conglomeratus Seh reber unterschei-det sich leicht von der hier beschriebenen Art,durch die horizontal - steh enden Aeste,durch die Blätter, die die Blüthenquir-le begleiten, durch die später eintre-tende Blüthezeit und besonders dadurch,dafs sich bei dieser letzteren Art auf jedemder inneren Kelchblättchen ein Korn (granu-lum, callus) ausbildet. Hierher gehört R. acu-tus Sm. Fl. Britt.

(N. v. E.)

Abbildungen.Blackw. V. tab. 4°-*' (Lapathum acutum.)

Erklärung der Tafel.

1. Ein unleres Stengelblatt.

2. Die blühende Spitze eines Stengels.

3. Eine Blüthe von der Seite.

4. Die Blüthenhülle, vom Rücken dargestellt, wäh-

rend der Blüthezeit, beide Figuren vergröfsert.5» Dieselbe nach der Blüthezeit mit zwei weifsenKörnchen (granula) in natürlicher Gröfse.

6. Dieselbe Figur vergröfsert.

7. Dieselbe in natürlicher Gröfse, mit gefärbtenKörnchen.

8» Dieselbe von der Seite gesehen und vergröfsertdargestellt.

9. Der FruchtKnoten mit den Narben, ebenfalls

vergröfsert.

10. Ein Quirl mit Früchten, in natürlicher Gröfse.

11. Eine Caryopse vergröfsert.