Quercus infect-oria Oliv
(Die Galläpfel - Eiche.)
C h a r.Quercus infectoria Oliv.
Q. foliis ovato- oblongis sinuato - dentatis glaber-rimis deciduis, fructibus sessilibus longissimis.
Q. foliis oblongis mucronato- dentatis utrinqueglabris. . -......
S p e c.
Olivier Voy. dans lempire Othora. II. p. 64.
Willd. Spec. plant. IV. p. 4:>6.
Pers. Syn. plant. II. p. 568.
Dierb. Handb. d. med. pharm. Bot. p. 35g.
Eberm. Allg. Encycl. V. p. "19.
Guibourt Hist. des drogues. II. p. 174.
Die hier abgebildete Eichenart wurde erst inder neuern Zeit durch Olivier als die wahre Gall-äpfel-Eiche bekannt. Sie ist durch ganz Klein-asien vom ßosphorus bis nach Syrien und vonden Küsten des Archipels bis an die Grenzen vonPersien verbreitet, wo sie in bergigen Gegendenhäufig vorkommt.
Sie bildet einen kleinen ästigen strauchartigenungefähr sechs Fufs hohen Stamm.
Eie Blätter sind gestielt, oval-länglich, stumpf,am Rande mit grolsen, in ein kleines kurzes Sta-chelspitzchen auslaufenden Zähnen besetzt, (foliadentata, dentibus latis mucronatis.)
Sie sind einjährig von blafs-grüner Farbe,ungefähr zwei Zoll lang, einen Zoll breit und aufbeiden Seiten glatt. An der Basis der jungemBlätter stehen einzeln lanzettförmige, gelblich-braune Knospenschuppen, die bei den ausgebilde-ten Blättern fehlen.
Die männlichen Blüthen kommen gleichzeitigmit den Blättern aus den bräunlichen Knospenhervor; die Blüthenstiele sind sehr dünn und zart,ungefähr anderthalb Zoll lang, und mit sechs bisacht kleinen etwas entfernten Blüthen besetzt, dieaus fünf sehr zarten blafsen lang - zugespitztenSchüppchen gebildet sind, zwischen denen sichacht sitzende runde Staubbeutel finden.
Die weiblichen Blüthen stehen sehr kurz ge-stielt oder fast sitzend an der Spitze der jun-gen Zweige.
Die Früchte sind über anderthalb Zoll lang,glatt, mit einem, kleinen Spitzchen endigend. DerFruchtbeclier (cupula) ist aus sehr dicht anliegen-den und verwachsenen Schuppen gebildet.
Auf der Rinde der jüngeren Zweige dieses Baumsentstehen durch den Stich eines Insects (Diplo-lepis gallae tinetoriae) die bekannten Gall-äpfel (Gallae). Wir unterscheiden schwarze undweifse Galläpfel (Gallae nigrae et albae.) Dieersteren bilden die befsere Sorte, die, bevor dasInsect sie durchbohrt hat, in der Mitte des MonatsJuli gesammelt werden; sie sind rund, von ver-schiedener Gröfse, mehr oder minder höckrig,dunkel grünlich-grau, schwer und von dichtemGefüge. Man schätzt besonders die, welche in demInnern von Natolien bei Aleppo, Smyrna,Magnesie, Kara - hifsar und Diarbekirwachsen. Die weifsen Galläpfel sind diejeni-gen, die erst später, nachdem das Insect daraushervorgebrochen ist, gesammelt würden; sie sindviel leichter, von gelblich - weifser Farbe und ge-ringerem Werth. Die Galläpfel gehören zu denstärksten adstringirendeu Arzneistoffen; sie enthal-ten in 100 Theilen 26 Gerbestoff, 6 Gallussäure,etwas ExtractivstofF, kohlensauren Kalk und einigeandern Salze.
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