Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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und wird vierzig bis sechzig Jahre alt. Auch wirdsie als kleiner, ästiger Strauch in mehrern Gegen-den Deutschlands angetroffen, wo sie zwey bis dreyFuis auch wohl höher wird.

Der Stamm ist Strauch-und baumartig, auf-recht und ästig. Die Rinde desselben ist anfangsgrün, glatt und aschfarbig, im Alter aber grau unduneben. . Das Holz ist hart, schwer, fest, zähe,weifslich, bisweilen auch gelblich und grünlich;der Kern schwärzlich. Die Jüngern Aeste und Zwei-ge sind glatt, gestreift, sehr biegsam und schöngrün. '

Die immergrünen, bleibenden Blätter stehenabwechselnd, sind gestielt, eyförmig auf beydenSeiten glatt, an den Rändern wellenförmig gebo-gen, rings um mit einem harten, spröden Saumumgeben, an den hervorragenden Zähnen mit lan-gen, starken Dornen versehen, lederartig, dick, fest,steif, mit glatter, dunkelgrüner, stark glänzender,spiegelnder Oberfläche, aber matter, blasserer Un-terfläche.

Die Blüthen sind klein, von weifser Farbe,und stehen büschelweis auf kurzen Stielen in denBlattwinkeln.

Der bleibende Kelch ist einblättrig, sehr kleinund vierzahnig; die Blumenkrone radförmigmit vier vertieften, rundlichen, ausgebreiteten Lap-pen. Die vier Staubfäden sind im Grunde derKrone befestigt. Der obere Fruchtknoten hatkeinen Griffel und ist mit vier stumpfen Narbenversehen.

Die Frucht ist eine rundliche, vierfächerige,zur Zeit der Reife lebhaft rothe Beere, welche vierSaamen enthält.

Die Stechpalme blüht im Monat May und Ju-nius und die Früchte reifen im September. Manhat mehrere Abarten; bey einigen Pflanzen sind dieBlätter ganz oder nur mit einzeln wenigen dorni-gen Zähnen versehen; bey andern finden sich star-ke Dornen auf der Oberfläche der Blätter; wiederandere sind scheckig, mit silberfarbenem Rande,mit gelben oder weifsen Flecken und Streifen. Auchsind die Geschlechter zuweilen getrennt, daher beyeinigen diese Gattung in der 23ten Klasse steht.

Die Blätter, Stechpalmblätter, Hülstblätter,Hülsendornblätter, (folia ilicis aquifolii) sind offici-nell. Sie werden zu jeder Jahreszeit eingesammeltund haben einen etwas scharfen, gelinde zusam-menziehenden, bitterlich-schleimigen Geschmackund fast gar keinen Geruch.

Abbildungen.

O e d e r fl. dan. t. 5o8.

Schöllenb. Wolff. U. B. t, 66.

Plenk ic. pl. off. t. 72.

Reiter u. Abel abbild. t. 82.

Sturm fl. germ. fasc. 7.

Guimpel t. 5.

Du Hamel ed. nov. Michel, t. 1.

Blackw. herb. tab. 2o5.

Flor. d. dict. des sc. med. livr. 52. pl. 197.

Erklärung der Platte.Taf. No.

1. Ein blühender Zweig.

2. Der Kelch.

3. Eine Beere,

4- Die vier Saamenkörner noch zusammenhängend.5. Ein einzelnes Saamenkorn.